Kopie WR14

18.03.14 Guadelahara Mexico 275.875 31.118 20.64958 103.36423

Nachdem ich Amon am Flughafen Guadelahara eingecheckt habe, fuhr ich gen Osten,

in Richtung  Santa Elena, zum Restaurant Gourmet, Charly  Schäpper, Homepage:

www.charlys-bungalows.com, charlysrestaurant@gmail.com.

Meine Stimmung war schon einwenig getrübt, nach über einem Jahr nun, alleine

unterwegs.

Gleich war Bier am Tisch und wir lernten uns kennen. Chary, ein begeisterter Motorradfahrer,

ist seit 1988 hier und hat sich damals ein leeres Grundstück gekauft und daraus inzwischen

ein kleines Dorf aufgebaut.

Am Nachmittag traf Mike, ein Deutscher, der über mehrere Stationen, Ibiza, USA, Cancun in

Puerte Vallerta jetzt ein Hotel betreibt. Er vermittelt mir einen Vorgeschmack auf Lateinamerika.

Dort war er mit seinem Freund Uli im Januar und Februar 14 unterwegs, mit ihren GS BMWs.

http://www.gs-forum.eu/touren-reiseberichte-123/mex2pan-zwei-wahlmexikaner-mittelamerika-

96155/index15.html. Sein Bericht, geschrieben von Uli ist für mich hochinteressant.

Wir saßen noch bis spät in die Nacht.

Mike gab mir noch einige Adressen, die für mich auf meiner weiteren Reise eine Hilfe sein könnten.

z.B.  Hilfe für bei Schwierigkeiten in Mexico, Ulis Adresse : haciendaalemania.com

19.03.14 Santa Elena bei Charly s Restaurant Mexico 276.008  31.118 20.46462 102.49684

20.03.14 Morelia Mexico 276.248 31.118 19.68681 101.15302

Ich verließ früh meine Übernachtungsstätte in Morelia und fuhr die bergige Landstraße

nach Santa Rosalia, wo ich gegen 12 Uhr ankam.

Nachdem ich die Minna auf dem großen Parkplatz abgestellt hatte, hielt ich Ausschau

nach den Pferden. Mir wurde schon vorher mehrfach profezeit, dass der Anstieg sehr

schwierig sei in über 3000 Meter Meereshöhe. Das merkte ich gleich nach den ersten

Metern leicht bergauf. Der Weg führte duch ein Dorf von Marktständen, die meisten

davon waren aber geschlossen. Recht viel war am heutigen Tag hier nicht los. Es stand

auch nur ein weiteres Fahrzeug auf dem Parkplatz.

Nach einem Kilometer kam ich atemringend an die Stelle, an der man einen Guide mit

Pferd mieten konnte. Gleich kam ein junger Bursche auf mic zu und stellte sich als Marco

vor. Wir wurden uns handelseinig, er verlangte für den Hin- und Rückritt Pesos 160. Ich

hätte auch das 3-fache bezahlt.

Besuch bei den Monarch Schmetterlingen in Santa Rosalia

Auf gings auf Schusters Rappen. Marco schwitze schon sehr beim Anstieg und ich

stellte mir vor, dass ich sicherlich einem Herzinfarkt nahe gewesen wäre, hätte ich

die Strecke per pedes bewältigt.

Die Dicht der Schmetterlingsschwärme nahm immer weiter zu.

Als wir fast den Gipfel des Berges erreicht hatten, hielt Marco an und stellte mich einer

42jährigen Frau vor, die mich zu Fuß noch ca. eine halbe Stunde durch den Wald führte.

Wir versuchten uns zu unterhalten, aber das stellte sich als große Hürde heraus, bei der

Hände und Füße die beste Weise der Kommunikation darstellte.

Überall sahen wir die sich paarenden Falter.

Es war schon Nachmittag und da sind diese Tierchen sehr aktiv, während sie in

den Morgenstunden faul an den Blättern hängen.

Die Führung dauerte eineinhalb Stunden und dabei musste ich schon einige Gehpausen

einlegen, die dünne Luft machte mir zu schaffen.

Marco empfing mich lachend, er lachte eigentlich die ganze Zeit, und half mir wieder auf

den Pferderücken.

Und ab ging es downwärts.

Unten angekommen, sah ich mir noch, in einem kleinen Museum, einen Film über

die Monarchfalter an, hier wurde erläutert, wie sich die Schmetterling fortpflanzen,

und wo ihr langer Reiseweg entlangführt.

Man schätzt, dass es in der inzwischen geschützten Biosfera Mariposa Monarca in den Chincua-Bergen westlich

des über 4000 Meter hohen Vulkans Nevado de Toluca rund 22 Stellen gibt, in denen die unzähligen Falter überwintern.

Wie viele Schmetterlinge es tatsächlich sind, auch darüber gibt es nur Schätzungen: zehn Millionen auf einem Hektar.

Und das ist wahrscheinlich bei Weitem untertrieben, wie Untersuchungen ergaben. Die Wissenschaft spricht von bis

zu 80 Tonnen Biomasse, die zwischen dem Norden und dem Süden Nordamerikas hin- und herflattert.

Schmetterlinge werden seit Jahrhunderten erforscht, doch die Wanderung der Monarchfalter blieb lange Zeit ein

Mysterium. Und auch heute noch lässt die Migration der Insekten die Wissenschaftler staunen. Viele Fragen sind offen.

Vor allem dank der jahrzehntenlang en Forschungsarbeit Urquharts weiß man heute: Die Wanderer fliegen nur am Tag,

sie legen 75 bis 130 Kilometer zurück, und sie lassen sich von der Sonne leiten.

Ein normaler Schmetterling lebt etwa einen Monat, die Weibchen legen bis zu 500 Eier ab und befestigen sie an den

Unterseiten der Blätter von Seidenpflanzengewächsen, aus diesen schlüpfen Raupen, die sich verpuppen, und aus

der Puppe werden Schmetterlinge. So kommt es, dass im Sommer die Urururenkel der Schmetterlinge in den Norden

zurückkehren, die von dort im Herbst zuvor aufgebrochenwaren.

 

 

 

Franz SmetsIn jedem guten Reiseführer ist das Monarch-Gucken im März als Tipp verzeichnet

Diese stellten bereits eine Besonderheit dar: Die Schmetterlinge, die vor der großen Wanderung im Norden schlüpfen,

werden auch „Methusaleme“ genannt, weil sie mehrere Monate leben können. Diese Zeit benötigen sie, um nach Mexiko

zu gelangen, zu überwintern und in den Süden der USA zurückzukehren, wo sie im Frühjahr mit der Reproduktion beginnen.

Bei einer Lebensdauer von einem Monat entstehen mehrere Generationen, ehe im Herbst wieder neue „Langlebende“ auf

die große Reise nach Mexiko gehen. Und das Unbegreifliche: Sie, die Urururenkel, finden nicht nur die Überwinterungsgebiete

ihrer Vorfahren, sondern suchen meist auch genau die selben Bäume auf.

Feinde haben die Falter auch, dazu gehören einige seltene Vögel wie der Pico grueso und die Schwarzohrige Landratte.

Für die meisten Insektenfresser aber sind die Schmetterlinge ungenießbar, weil die Raupen mit den Blättern der Seidenpflanzen

Gifte aufnehmen. Einem Vogel, der einen Monarchfalter frisst, kann es passieren, dass er sich übergeben muss. So wird der

Falter von der Speisekarte gestrichen.
 

Stirbt der Wald, sterben die Monarchen


Der größte Feind aber ist, wie bei anderen Tieren auch, der Mensch. Die Ausdehnung der landwirtschaftlichen Flächen im

Norden wie im Süden, die Anwendung von Pestiziden und die Vernichtung der Wälder in Mexiko, haben dem wundersamen

Schmetterling das Überleben schwer gemacht.

So ist es in Mexiko nur unter großen Schwierigkeiten und nach heftigen Kämpfen gelungen, das Reservat auszuweisen und zu

schützen. Und dennoch nutzen die Menschen dort jede Möglichkeit, unter anderen die Oyamel-Bäume, Eichen, Zedern und

Wacholderbäume aus den Wäldern zu schlagen, das Holz zu verbrennen, um zu kochen und zu heizen, oder Möbel herzustellen.

Der Monarchfalter als Art gilt nicht als bedroht, aber die Migration könnte eines Tages zum Erliegen kommen, wenn die Zerstörung

des Waldes nicht gestoppt wird.

Daher kommt dem Tourismus so große Bedeutung zu. Denn wenn noch mehr Touristen die Bergwälder Zentralmexikos besuchen

und genügend Geld für Unterkunft, Essen, Führer und Souvenirs ausgeben, so dürften die Wälder vor der Zerstörung sicher sein

– davon sind die Naturschützer überzeugt. Und die Chancen, dass der „Schmetterlingstourismus“ zunimmt, stehen nicht schlecht.

In vielen Reiseführern werden Infos gegeben, wie man – per Bus, Pferd oder zu Fuß – zu den versteckten Plätzen gelangt.

Natürlich mit heimischen Guides, die einem den genauen Weg weisen.

 

Auf der Landstrasse fuhr ich über Acambaro nach Celeya. Dort füllte ich meine Vorräte auf und

erreicht bei Dunkelheit San Miguel de Allende, wo ich auf dem Megaparkplatz mein Lager aufschlug.

21.03.14 San Miguel de Allende, die 2. Mexico 276.622 31.118 20.89817 100.75259

Vom Megaparkplatz zum Campground war es nur ein Katzensprung und Peter, Christa, Edda

und Helmut empfingen mich. Helmut, ein wirklicher Gourmetkoch , zauberte Abend für Abend

köstliche Speisen auf den Tisch.

Außerdem war noch ein holländisches Ehepaar am Platz, die aus Südamerika, Richtung Norden

unterwegs sind und Renate, die Münchnerin, die am Abend, bei 3 Flaschen Wein ihre

aufregende Lebensgeschichte der letzten 30 Jahre erzählte. Hut ab, was eine alleinreisende

Frau so alles erleben kann. Zuerst war sie Jahr ein Südostasien mit dem

Rucksack unterwegs und stieg dann 1995 auf das Wohnmobil um, mit dem sie vorallem in den

USA und Kanada unterwegs war. Inzwischen hat sie das 2. Wohnmobil und ihren geliebten

Pudel. Hier in San Miguel gefällt es ihr besonders gut und so überwintert sie hier, bevor sie in

ein paar Wochen wieder in die USA, nach Phönix zurückkehrt. Sie will auf keinen Fall mehr nach

Deutschland zurückkehren. Sie hat uns mit ihrem Alter sehr überrascht, denn die 71 Jahre sieht

man ihr bestimmt nicht an.

22.03.14 bis 24.04.14 San Miguel de Allende Mexico 276.629 31.118 20.90703 100.74910

Mal sehen wie lange mein 2. Aufenthalt hier dauern wird. In ein paar Tagen möchte ich weiter nach 

Mexico City, Puebla und nach Veracruz Fahren. 

Der Teufel hat mich wohl geritten, als ich mich entschloss, jetzt endlich die Kupplung zu tauschen.

Wer gegen das Gesetz "never change a running system" verstößt, der wird halt dann auch bestraft.

Hans, der Campingplatzbesitzer empfahl mir einen kompetenten Mechaniker, Juan. Dieser besuchte 

mich am RV Platz und sah und hörte sich die Minna mal an. Er tippte, wie alle vorher, das Geräusch 

ist wohl das Clutchbearing (Ausrücklager). Na gut,das war nichts neues und das Ersatzteil habe ich

schon in San Franzisco besorgt. Wenn er aber das Getriebe ausbaut, soll Juan gleich die komplette

Kupplung austauschen. Auf meine Frage, wie lande das ausbauen, besorgen und einbauen wohl

dauern wird, bekam ich von ihm die Antwort, alles zusammen nicht länger als 3 Tage. Das war ein

Wort und Juan machte sich mit seinem Helfer gleich an die Arbeit. Minna hochbocken, Kardanwelle 

abschrauben, Getriebe raus, Kupplung entfernen, alles war in 3 Stunden, hier am Campground,

erledigt. Zum Test baute er mal gleich das neue Ausrücklager ein und.....oh Schreck, wir starteten

den Motor und das Geräusche war weiterhin vorhanden, also nicht das Ausrücklager. Juan überprüfte

alle ausgebauten Teile und kam zu dem Schluß, dass das flying wheel (Schwungrad) zu viel Spiel

hat und damit das Geräusch verursacht. Kein Problem sagt Juan, werde ich besorgen, morgen. 

Aus morgen wurde übermorgen, und nach 3 Tagenfuhr ich Juan s Werkstatt. Zum ersten Mal war

Juan etwas verunsichert, er habe überall versucht das Teil aufzutreiben, ergebnislos. Morgen will 

er eine letzte Möglichkeit versuchen und er brauch Geld, Pesos 15.000. Ich holte mir das Geld auf

der Bank und gab es ihm, er wirkte sehr vertrauenswürdig und war es auch. 

Verzweifelt kam er am nächsten Nachmittag von seiner Tour zurück, mit der Nachricht, das flying

wheel gäbe es nicht in ganz Mexico.

Am RV Platz waren inzwischen 2 Trucks gelandet, aus Hamburg, Volker und Margot, seit 8 Jahren in

Südamerika unterwegs und Franz und Ingrid,

die ich schon am Grand Canon, Loretto und in La Paz getroffen hatte. Franz hatte früher

ein Geschäft, in dem er mit Autoersatzteilen handelte. Er fand die von mir benötigten

Ersatzteilnummern in seinem Computer und ich schrieb Reto, Werkstattleiter

in der Mercedeswerkstatt in San Franzisco, ein Bestellmail. Reto sagte mir damals, wenn ich was 

benötige, solle ich mich bei ihm rühren. 3 Tage wartete ich auf Antwort, aber sie kam nicht. Nun

beauftragte ich meine Motorradfreunde Jürgen und Heimo sich der Sache anzunehmen. Kaum 

hatte ich alle Nummern und Bilder an Jürgen gemailt, kam Reto s Antwort, es tue ihm leid, er war 

von seinem Chef für 3 Tage nach LA beordert worden und habe mein Mail gerade erst gelesen. 

Ich schrieb ihm zurück, dass ich die Teile jetzt von Deutschland aus bekomme.

Gestern, am 7.4. habe ich mit Heimo geskypt und er sagte mir, es sei alles am Laufen und am

Mittwoch, den 9.4. könnte er die Teile vorrausichtlich schicken. Mir bleibt nur warten, warten,

warten.

In der Zwischenzeit sind auch Kai und Uschi aus Erlangen und Sigo und Hilu mit ihrem Bummel

eingetroffen und sie wollen einen Monat bleiben, mal sehen ob ich bis dahin schon wegkomme,

hier von San Miguel.

Edda und Helmut und Franz und Ingrid haben das Camp inzwischen verlassen.

Bei einem Hondahändler habe ich meinem häßlichen Entlein endlich neue Bremsbeläge einbauen

lassen. Der Werkstattbesitzer war von dem Motorrad begeistert und wollte es mir gleich abkaufen.

Hab ich natürlich abgelehnt, ich bin so froh, dass ich das Motorrad bei mir habe, wenn ich an die

Strecken denke, die ich damit zurücklege, das müsste ich alles zu Fuß oder per Taxi erledigen.

Ein anderer Akt war dann der Zahnarzt, eigentlich wollte ich nur eine Zahnreinigung, doch er

stellte eine Rieseninfektion an einem Frontzahn oben fest und wenn ich das nicht behandeln

lasse, würde ich den Zahn verlieren. Na gut, dachte ich, Zeit hab ich ja. Heute, 8.4., war ich bei

ihm und er hat mir die 2 Frontkronen entfernt, die Infektion behandelt und mir ein Provesorium 

reingemacht. 3 Termine (bis24.4.) sind noch notwendig, bevor er mich geheilt entlässt. Ich komme

aber nicht drumrum, mir in nächster Zeit ein Implantat machen zu lassen. Liebe Susi (meine Zahnärztin 

in Nürnberg), wenn Du das liest, bereite Dich gleich mal vor, das wird Deine Arbeit im Juni, Juli,

wenn ich zu nach Hause komme.

Eines Abends erreichten Kanchan und Nick den RV Park.  Die Beiden, Inder, Sikhs, leben in

Texas und sind vor fast 3 Jahren, mit dem Motorrad auf Welttour gestartet. Ihre hochinteressante

Reise haben sie unter www.rideoverland.com festgehalten.

 

 

Die letzten, die ich während meines Aufenthalts hier kennelernte, waren Karin (aus Döbeln)

und Alfred (aus Emskirchen). Sie kamen mit ihrem bewährten Landcruiser aus Südamerika und

waren schon auf der ganzen Welt unterwegs. Wir gingen ein paarmal zusammen Essen und

ließen den einen oder andern Abend mit Bier, Wein und Schnaps ausklingen.

Am 26.4. war es dann soweit, nach 6 vergeblichen Anläufen auf der hiesigen Post, bekam ich

endlich mein heißersehntes Paket mit der neuen Kupplung. Meine Freude wurde sofort gedämpft,

als ich damit zur Werkstatt fuhr und mit Juan, dem Mechaniker, die Teile auspackte. Sofort glaubte

er zu erkennen, dass es nicht die passenden Teile sind.

Er holte die alten ausgebauten Teile, wog und verglich die Bauteile und als er spät nachmittag mit

2 Kollegen zu uns auf den Platz kam, zeigte sein Daumen nach oben. Meine Laune besserte sich

schlagartig und die 3 machten sich sofort an die Arbeit.

 

Sie benötigten ca. 3 Stunden, wechselten auch noch den Keilriemen, der schon Risse zeigte. Bei einer

kurzen Probefahrt ließ sich die Minna problemlos schalten und das Geraüsch, das mich schon über 50.000

Kilometer begleitete, war auch weg. Damit hatte ich auch 2 Essen gewonnen, eins von Renate und eins

von Sigo und Hilu, denn sie glaubten, ich käme nicht vor dem 1.5. hier weg.

Es folgte die letzte Nacht in San Miguel, am Sonntag dem 27.4. gingen wir noch zu viert frühstücken,

danach packte ich meine Sachen und machte mich zur Abfahrt bereit.

Beim Zahlen meine Campingplatzmiete kam es dann mit Hans, dem Platzleiter noch zu kleinen Differenzen.

Also Vorsicht liebe Leute, wenn ihr länger auf diem Platz verweilen wollt, klärt vorher die Kosten, dann hat

nämlich ein Monat 30 Tage und kostet  Pesos 4.850, ansonsten hat der Monat nur 28 Tage und ihr müsst

pro weiteren Tag Pesos 270 nachbezahlen. Er läßt da nicht handeln. Außerdem nimmt er keine Karte, muss

wohl seine Gründe haben.

Gegen 14 Uhr 30 verließ ich die schöne Stadt und konnte noch mal einen letzten Blick auf sie werfen, vom

Mirador aus, hoch über der Stadt und machte mich auf zum Monliten bei Bernal, ca 120 km östlich.

Beim Fahren merkte ich dann ein neues Geräusch, als wenn die Kardanwelle ein kleines Spiel hätte, beim

Gasgeben, ein Klickgeraüsch. ich werde es mal beobachten.

Bernal ist eine lebhafte touristische Stadt, der Monolit, es soll der 3.größte der Welt sein, hat mich entäuscht,

solche Steine liegen auch in der fränkischen Schweiz herum.

Ich könnte mir ein Stück Torte und fuhr weiter bis San Juan del Rio.

Auf dem weiteren Weg kam ich an vielen Verkaufsständen mit Töpfereien und viel Schund. Ich weiß nicht,

wer außer den Keramikschalen so einen Mist kauft.

speziell für meine Rottweilerfreunde

Burghotel in Bernal

Weil ich heute noch gar nicht müde war, dachte ich mir, ich könnte noch ein Stück weit fahren, gegen

meine Prinzipien, nachts wird nur im äußerten Notfall die Minna bewegt. Da es auch mit meiner

Orientierung nachts immer problematischer wird, habe ich nicht bemerkt, dass ich mich immer weiter

Mexico City nähere, obwohl ich eigntlich Richtung Norden zu den Tolontango Wasserfällen wollte. Die

mexikanischen Namen, wenn man sie zum ersten Mal hört, klingen immer sehr ähnlich und kompliziert.

Und plötzlich war ich bei den Pyramiden Teotihuacan. Es war schon 1 Uhr und ich suchte mir an einer

Pemextankstelle einen Platz zum übernachten.

28.04.14 Teotihuacan Mexico 276.988 31.426 19.55891 98.91171

Kulturtag

Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht so gern laufe, vor allem nicht treppensteige, noch dazu bei

mexikanischer Hitze. Aber angekommen in Teotihuacan, blieb mir da mal nichts anderes übrig.

Die Minna parkte ich an einem schattigen Platz und angesprochen von einem 63jährigen Führer,

Felix, nahm ich sein Angebot an, mir für 500 Pesos, all die kulturhistorischen Stätten zu zeigen und

mit seinem Auto von Stätte zu Stätte zu fahren.

Er gab sich sehr viel Mühe mir die Symbole und Bauwerke zu erklären, froh war er sichtlich, als ich

nicht darauf bestand eine Stunde Treppen zu steigen, dass man von der Sonnenpyramide mal nach

unten sehen kann, wo man herkam. Wir liefen auch so noch genug.

Auch brachte er mich mit all seinen Bekannten, die ihre Sachen verkaufen wollten, zusammen.

Ob Agavenschnaps, Keramik, schwarze Steinscheiben, mit denen man in die Sonne sehen konnte, ich

erklärte immer, dass ich nur ein geringes Reisbudget habe und mir diese schönen Sachen einfach

nicht leisten kann.

Felix mein Reiseleiter

Nach 3 Stunden waren wir wieder am Ausgangspunkt. Um mir das alles, was mir Felix, während

unserer Wanderung erzählt hat, merken zu können, habe ich die nachfolgenden Berichte aus

Wikipedia übernommen und kann in Ruhe nochmal alles nachlesen.

Teotihuacán im mexikanischen Bundesstaat México ist eine der bedeutendsten prähistorischen Ruinenstädte Amerikas, die vor allem für ihre Stufentempel wie etwa die große Sonnenpyramide bekannt ist. Die archäologische Stätte, die seit 1987 zumWeltkulturerbe der UNESCO gehört, liegt in der Nähe der heutigen Stadt Teotihuacán de Arista, etwa 45 Kilometer nordöstlich von Mexiko-Stadt.

Das Gebiet von Teotihuacán war bereits seit dem sechsten vorchristlichen Jahrhundert permanent besiedelt. Zwischen 100 und 650 nach Christus war die Stadt das dominierende kulturelle, wirtschaftliche und militärische Zentrum Mesoamerikas. Auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung hatte sie möglicherweise bis zu 200.000 Einwohner. Damit war sie zu ihrer Zeit die mit Abstand größte Stadt auf dem amerikanischen Kontinent und eine der größten der Welt. Ab etwa 650 schwand ihr Einfluss, bis sie um 750 aus noch nicht vollständig geklärten Gründen weitgehend verlassen wurde. Ihre kulturellen Einflüsse prägten Zentralmexiko aber noch bis zur spanischen Eroberung Mexikos.

Die Azteken fanden Teotihuacan bei ihrer Einwanderung ins Hochland von Mexiko bereits als Ruinenstadt vor, die seit Jahrhunderten verlassen war. Sie sahen in ihr einen mythischen Ort und gaben ihr den bis heute fortlebenden Namen Teotihuacan (Tēotīhuacān), der so viel bedeutet wie Wo man zu einem Gott wird.

Die Stadt wird seit der Ankunft der Spanier im 16. Jahrhundert erforscht, professionelle Ausgrabungen finden jedoch erst seit etwa 1900 statt. Das Fehlen schriftlicher Quellen erschwert die Forschungsarbeiten erheblich. Viele Erkenntnisse lassen sich nur durch Interpretation von Funden gewinnen.

Lage und naturräumliche Voraussetzungen

Die Ruinenstätte befindet sich in Zentralmexiko, nordöstlich des Tales von Mexiko im Tal von Teotihuacán. Dieses umfasst ein Gebiet von gut 500 bis 600 Quadratkilometern und wird im Norden durch mehrere erloschene Vulkane sowie im Süden durch eine Gebirgskette mit Bergen von bis zu 2800 Metern Höhe begrenzt. Durchflossen wird das Tal vom Río San Juan, der saisonal durch mehrere kleinere Quellen gespeist wird und heute in den Xaltocan-See mündet.

Im Tal von Teotihuacán herrscht ein warmgemäßigtes Klima; zwischen 1921 und 1968 wurde ein durchschnittlicher Jahresniederschlag von 550 Millimetern pro Jahr und eine Jahresdurchschnittstemperatur von 14,8 Grad Celsius gemessen. Der Winter beginnt üblicherweise im Oktober und kann bis in den Mai hinein andauern. Danach beginnt die bis Oktober dauernde Regenzeit, wobei der größte Teil des Regens in den Sommermonaten fällt.

Für die Landwirtschaft ist das Tal nur bedingt geeignet. Während der Ostteil vor allem flachgründige Böden aufweist und kaum Wasser vorhanden ist, gibt es im Westteil tiefergehende Alluvialböden, und der San Juan führt hier aufgrund einiger Quellen ganzjährig Wasser. Daneben gibt es in unmittelbarer Nähe aber auch größere Vorkommen von nutzbaren Rohstoffen, etwa Obsidian (vor allem am Ostrand des Tales), Kalkstein, Tonminerale und mehrere Arten von Vulkangestein. Die Flora bestand vermutlich aus Wäldern mit Eichen und Zypressen in den feuchteren sowie verschiedenen Sträuchern in den trockeneren Gebieten. An für den Menschen nutzbarer Fauna existierten mehrere Hasen- und Kaninchenarten, Nagetiere, Vögel, Reptilien sowie eine Hirschart, der Weißwedelhirsch.

Stadtanlage

Im Museum von Teotihuacán ausgestelltes Modell einer Rekonstruktion des Stadtzentrums:Sonnenpyramide (rechts), Mondpyramide (links im Hintergrund) sowie die „Straße der Toten“. Hier nicht zu sehen ist die etwas weiter südlich ebenfalls an der Straße der Toten gelegene Ciudadela. (Blick in Richtung Nordosten)

Die Stadt Teotihuacán nahm auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung eine Fläche von mehr als 20 Quadratkilometern ein. Die Anlage der Stadt erfolgte auf der Grundlage einer Rasteranordnung, die genauestens befolgt wurde. So wurde etwa auch der Río San Juan, der die Stadt durchfließt, durch Kanalisierung dem Raster angepasst.

Die Hauptachse der Stadt bildet die sogenannte Straße der Toten (in Nahuatl: miccaotli), die die Stadt mit einer Abweichung von 15° 30′ nach Osten in Nord-Süd-Richtung durchzieht, jedoch nicht durchgehend, da sie immer wieder durch Treppendämme unterbrochen wird. Das nördliche Ende der Straße bildet die Mondpyramide mit dem ihr vorgelagerten Platz und dem anliegenden Quetzalpapalotl-Palast. Im Süden läuft sie am Großen Komplex (Great Compound) und dem diesem gegenüberliegenden Tempel des Quetzalcoatl vorbei auf den Berg Cerro Gordo zu, auf dessen Gipfel ein Tempel errichtet war. Dort befindet sich auch der große Hofkomplex, die ciudadela (Zitadelle), in der möglicherweise die Herrscherfamilie oder deren direkte Untergebene lebten. Dazwischen wird die Straße von zahlreichen Gebäuden flankiert, die man aufgrund des großen Aufwandes, mit dem sie ausgestattet und errichtet waren, für Wohnbauten der herrschenden Eliten hält.

Das Zentrum der Stadt bildet die Sonnenpyramide, nach der Großen Pyramide von Cholula die zweitgrößte Pyramide des amerikanischen Kontinents. Vor ihr befindet sich die plataforma adosada (zu deutsch etwa „angeschlossene Plattform“), die als Zeremonialplatz gedient haben könnte. Die Zone, in denen sich die größten Pyramiden sowie die oben erwähnten Wohnhäuser der Oberschicht befanden, waren durch eine Mauer von der übrigen Stadt abgetrennt. Die meisten Gebäude außerhalb davon wurden als sogenannte Apartment-Compounds identifiziert, große Wohnkomplexe, die für mehrere Familien ausgelegt waren. Sie waren jeweils in Gruppen (barrios, spanisch für Wohnviertel) zusammengeschlossen, die sich wiederum um einen größeren Compound gruppierten, der einen eigenen Tempelkomplex besaß. Es gab auch Viertel, die von Angehörigen anderer Völker bewohnt wurden, so etwa vonZapoteken, Mixteken und auch Maya.

Im Nordwesten Teotihuacáns befand sich einer der ältesten Teile der Stadt, mit einer verhältnismäßig hohen Bevölkerungsdichte und vielen Tempeln aus der Frühzeit der Stadt. Der Südwesten war dagegen eher spärlich besiedelt, da sich dort der größte Teil der in direkter Umgebung der Stadt angelegten bewässerten Felder befand. Im Osten war Landwirtschaft aufgrund des zuvor geschilderten Wassermangels kaum möglich.

Die Sonnenpyramide in der Frontalansicht

Sonnenpyramide

Hauptartikel: Sonnenpyramide von Teotihuacán

Die Sonnenpyramide liegt im Zentrum Teotihuacáns. Mit einer Grundfläche von 222 mal 225 Metern, einer Höhe von gut 65 Metern sowie einem Volumen von rund einer Million Kubikmetern ist sie die drittgrößte Pyramide der Welt. Sie wurde um 100 nach Christus in einem Arbeitsgang errichtet und war damit das erste größere Gebäude, das in Teotihuacán gebaut wurde. Ihren heutigen Namen erhielt sie von den Azteken.

Die Pyramide besitzt heute fünf Stufen; ursprünglich waren es nur vier. Der archäologische Laie Leopoldo Batres versuchte 1906 bei der Freilegung, die Pyramide zu restaurieren und ging dabei von der Existenz von fünf Stufen aus. Tatsächlich entstand die heutige fünfte Stufe überhaupt erst durch Batres' Arbeiten aufgrund dieser Annahme. An der Seite, die zur Straße der Toten weist, führt eine Treppe über die an der Pyramide angeschlossene plataforma adosada auf die Spitze. Dort befand sich ein kleiner Tempel, der heute nicht mehr zu sehen ist. In ihrem Kern besteht die Pyramide aus Adobe und Basalt, während die Außenhaut mit Stuck überzogen und bemalt war, wovon heute aber nichts mehr erhalten ist.

1968 wurde der Eingang einer Höhle entdeckt, die unter die Sonnenpyramide führte. Dort wurden neben Artefakten aus der Zeit Teotihuacáns auch Gegenstände aus aztekischer Zeit gefunden. Da außerdem in späteren mesoamerikanischen Religionen Höhlen immer wieder als Orte der Schöpfung galten, wird davon ausgegangen, dass die Pyramide religiösen Zwecken diente. Welchem Gott die Sonnenpyramide geweiht war, ist noch nicht gesichert. Heute existieren keine Malereien mehr, die die Verehrung eines bestimmten Gottes belegen könnten; es wurde lediglich ein Gefäß mit einer Abbildung des „Sturmgottes“ (oft mit dem späteren aztekischen Gott Tlaloc identifiziert) gefunden, was aber allein ebenfalls kein stichhaltiger Beweis dafür ist, dass dieser Gott hier auch verehrt wurde.

Die Kunsthistorikerin Esther Pasztory von der amerikanischen Columbia University bringt die Pyramide dennoch mit einer bestimmten Gottheit in Verbindung, der „Großen Göttin“. Von ihr existieren einige Abbildungen, die darauf deuten, dass sie eine Fruchtbarkeitsgöttin war. In einigen Fällen wird sie darauf auch mit Höhlen in Verbindung gebracht. Pasztorys Annahme beruht nun auf der Häufigkeit von Abbildungen der Großen Göttin und der daraus resultierenden großen Bedeutung und auf der Interpretation der Höhle als typisch weibliches Symbol.

Die Mondpyramide mit der vorgelagerten Plaza de la Luna

Mondpyramide

Die am nördlichen Ende der Straße der Toten gelegene Mondpyramide entstand rund ein Jahrhundert nach der Sonnenpyramide. Bei einer Grundfläche von 120 mal 150 Metern erreicht sie eine Höhe von 46 Metern. Obwohl sie damit eigentlich kleiner ist als die Sonnenpyramide, liegt ihre Spitze mit der Spitze der Sonnenpyramide ungefähr auf gleicher Höhe, da die Mondpyramide auf einer kleinen Erhebung liegt. Anders als die Sonnenpyramide entstand sie in mehreren Etappen. Die früheste Mondpyramide wurde um 100 nach Christus errichtet, bis 350 folgten insgesamt sieben Bauphasen. Grabungen unter der Pyramide brachten mehrere Kammern zum Vorschein, in denen sich menschliche Überreste fanden.

Esther Pasztory vermutet, dass die Mondpyramide dem „Sturmgott“ geweiht war, einer Gottheit, die laut Pasztory für Krieg und Opfer, aber auch für politische Belange zuständig war. Die Pyramide sei an diesem erhöhten Platz errichtet worden, weil sie dort von praktisch jedem Punkt in der Stadt aus sichtbar war. Mit der Architektur der Pyramide sollte demnach das Volk auch darauf hingewiesen werden, dass die Stadt als Ganzes eine „Festung der Ordnung“  inmitten der chaotischen und ungeordneten Natur darstellte.

Ciudadela

Der Innenbereich der Ciudadela mit dem Tempel des Quetzalcóatl
Einige Kopfskulpturen an der Frontseite des Tempels des Quetzalcóatl

Die Ciudadela war vermutlich eine höfische Anlage oder ein Palast, vergleichbar der Verbotenen Stadt in Peking. Die umgebenden Mauern haben eine Seitenlänge von rund vierhundert Metern und schirmen das Innere weitgehend von Blicken von außen ab. Zentrum der Anlage bildet ein Gebäudekomplex, bestehend aus Wohnanlagen sowie dem in der Mitte gelegenen Tempel des Quetzalcoatl, der „Gefiederten Schlange“. Die Ciudadela war nur über einen kleinen Eingang an der zur Straße der Toten gewandten Frontseite zu erreichen. Der Platz im Inneren kann nach Ansicht von George L. Cowgill einhunderttausend Menschen Platz bieten und könnte dementsprechend für kultische Zwecke benutzt worden sein.

Besonders der Tempel hat immer wieder das Interesse der Archäologen erweckt. Er hat eine Seitenlänge von 65 mal 65 Metern und ist imtablero-talud-Stil errichtet. Der Bau des Tempels fand im Wesentlichen in drei Phasen statt. Die erste Phase bestand aus einem kleineren Gebäude, das mit der zweiten Phase überbaut wurde. In der zweiten Phase entstand die heutige Pyramide, zeitgleich mit der Ciudadela nach 200 nach Christus. Später fügte man in der dritten Phase eine plataforma adosada hinzu, wie sie auch die anderen großen Pyramiden besitzen. Jedoch ist aufgrund der Skulpturierung hier eindeutig zu sehen, dass die Pyramide dem Gott Quetzalcoatl geweiht war. An der Frontseite befinden sich zahlreiche Skulpturen, die den Kopf einer gefiederten Schlange darstellen. Es existieren aber noch weitere Darstellungen von anders geformten Köpfen, die bislang noch nicht exakt zugeordnet werden konnten.  Die heute gängigste Interpretation dieser anderen Kopfskulpturen besteht in der Annahme, es handele sich dabei um eine Darstellung von Köpfen eines noch unbestimmten Wesens mit Kopfschmuck. Diese Köpfe liegen auf dem Körper der gefiederten Schlange.

Da Quetzalcóatl auf späteren Codices auch als Abendstern auftaucht, ist es zudem möglich, dass mit der Pyramide auch dem PlanetenVenus gehuldigt wurde. Dafür sprechen auch die Ausmaße der Ciudadela als Ganzes, denn mit der Teotihuacán Measurement Unit (TMU; Erklärung im Abschnitt Wissenschaft) gemessen ist eine Seite der die Ciudadela umgebenden Mauer rund 484 TMU lang; eine Zahl, die fast genau der Anzahl der Tage im Venuszyklus entspricht, an denen der Planet als Morgen- oder Abendstern am Himmel zu sehen ist.

Darüber hinaus wurden in mehreren Ausgrabungsphasen immer wieder Gräber mit menschlichen Überresten gefunden. Die Gräber enthielten Opferbeigaben, doch waren einige zum Zeitpunkt ihrer Untersuchung bereits von Grabräubern geplündert worden.

Apartment-Compounds

Die Apartment-Compounds sind Wohnkomplexe, die ab der Tlamimilolpa-Phase erbaut wurden und zu dieser Zeit die älteren Wohnhäuser aus Adobe ablösten. Bis zur frühenXolalpan-Phase errichteten die Bewohner wahrscheinlich rund 2200 Compounds von unterschiedlicher Größe. In der Regel besaß ein Compound eine Seitenlänge von fünfzig bis sechzig Metern  und war aus Stein, in seltenen Fällen auch aus Adobe, gemauert und verputzt. Diese rechteckigen Komplexe waren von einer mehrere Meter hohen Mauer umgeben und besaßen nur einen Eingang. Im Inneren gab es viele in Gruppen („Apartments“) angeordnete Räume, Höfe und Gänge und zusätzlich noch mindestens eine Tempelplattform. Nach den Schätzungen von René Millon wurden die Apartment-Compounds von mindestens sechzig, vermutlich aber durchschnittlich einhundert Menschen oder mehr bewohnt.

Jeder Compound wurde nach einem bestimmten Plan in einem Baugang errichtet und jahrhundertelang bewohnt; bei Reparaturen wurde nur selten etwas an der ursprünglichen Anlage verändert. Da sich hinsichtlich Ausstattung und Ausmaßen zum Teil recht große Unterschiede ergeben, scheinen die Compounds von verschiedenen gesellschaftlichen Schichten bewohnt gewesen zu sein. Es wurde anhand dessen versucht, eine gesellschaftliche Ordnung zu rekonstruieren (siehe dazu den Abschnitt Gesellschaft weiter unten). Besonders in den niederen Schichten kam es so etwa vor, dass Räume auch für handwerkliche Zwecke genutzt wurden. Die Apartment-Compounds waren außerdem in Vierteln („Barrios“) organisiert, die die nächsthöhere Organisationsform darstellten.

Die Kultur von Teotihuacán

Katzenkopf in Teotihuacán

Gesellschaft

Die soziale Struktur Teotihuacáns kann nur indirekt rekonstruiert werden, da direkte schriftliche Belege fehlen. Gemeinhin wird die Gesellschaft in der Stadt anhand der unterschiedlichen Ausstattung der Apartment-Compounds in sechs Schichten eingeteilt. An der Spitze standen demnach die Herrscher mit ihren Familien, die in den Compounds in der Ciudadela lebten. Darunter scheint eine Schicht von hohen Priestern und Beamten gestanden zu haben, eventuell unterstützt von Kriegerhäuptlingen. Beide Schichten waren wohl gemeinsam für die Organisation der Stadt zuständig; vermutlich umfassten beide Gruppen nicht mehr als einige tausend Menschen. Der Großteil der Bevölkerung war dagegen Teil der mittleren Schichten, also Bauern und Handwerker sowie niedere Priester bzw. Beamte. Die Einteilung in diese drei Schichten erfolgte hierbei nach den drei Compounds Zacuala-Palast, Teopancaxco und Xolalpan, die jeder für sich jeweils eine Schicht repräsentieren. Zur Unterschicht zählte eine kleinere Anzahl von Familien, die innerhalb eines Compounds nur einen oder zwei Räume bewohnte und kleinere Hilfsarbeiten verrichtete, etwa bei Bauarbeiten. Wahrscheinlich, aber bislang ungesichert, ist zusätzlich die Existenz von reisenden Fernhändlern wie bei den Azteken sowie einer etwas größeren Gruppe von Trägern.

Wirtschaft

Die Einwohner Teotihuacáns bezogen den Großteil ihrer Nahrungsmittel durch Landwirtschaft. Angebaut wurden unter anderem Mais,Bohnen, Amarant (eine getreideähnliche Pflanze), Paprika, Tomatillo (tomatl) und Kürbisse. Häufige Anbaumethoden waren Terrassierungund Bewässerungsfeldbau, zum Teil Sturzwasserfeldbau. Die Existenz von Bewässerungssystemen, die von den Einwohnern Teotihuacáns genutzt wurden, konnte erst 1954 durch Luftaufnahmen nachgewiesen werden. Das dazu nötige Wasser stammt aus einem Quellensystem in der Nähe des heutigen Teotihuacán de Arista, das möglicherweise von unterirdischen Flussläufen unter dem Cerro Gordo gespeist wird. Eventuell gab es bereits eine Vorform der Chinampas, wie sie die Azteken anlegten, auf Böden, die durch die Entnahme von Quellwasser trockengelegt worden waren. Die Bauern in Teotihuacán hatten dabei nicht nur ihre eigenen Familien zu versorgen, sondern auch die nicht in der Nahrungsmittelproduktion arbeitende Bevölkerung zu ernähren. Bei einem angenommenen Bedarf von 2000 kcal pro Kopf und Tag und zweihundert Arbeitstagen im Jahr ergeben sich laut einer Studie von William T. Sanders und Robert S. Santley  je nach Bodenbedingungen Überschüsse zwischen einer (Regenfeldbau) und fünfzehn zusätzlich ernährten Personen (Chinampas). Dennoch konnte sich Teotihuacán nicht aus eigener Kraft mit Nahrungsmitteln versorgen, für rund dreißig bis fünfzig Prozent der Einwohner mussten die Nahrungsmittel importiert werden.

Zusätzlich wurden auch noch Pflanzen gesammelt, etwa Wacholderbeeren, Binsen, Portulak, Opuntien sowie einige Kräuterarten. Der Anteil dieser Wildpflanzen an der Nahrung ist nicht sicher bestimmbar. Daneben wurden noch Tiere gejagt, darunter vor allem Weißwedelhirsche, aber auch Kaninchen und Wasservögel. Domestiziert wurden lediglich Truthähne und Hunde, doch ist es unsicher, ob sie zu Ernährungszwecken gehalten wurden. Bislang wurden an gefundenen Truthahnknochen keine Schlachtspuren gefunden und die Haltung eines Hundes wäre bei weitem nicht rentabel genug gewesen. Da bei den Azteken jedoch Hundefleisch als Delikatesse galt, wird es für möglich gehalten, dass dies auch für die Bewohner Teotihuacáns galt.

Für die große wirtschaftliche Bedeutung Teotihuacáns war besonders Obsidian wichtig. Obsidian ist vor allem zur Herstellung von Schneidewerkzeugen geeignet und verhältnismäßig leicht zu bearbeiten. Die größten Obsidianvorkommen Mesoamerikas liegen im Umkreis von wenigen Dutzend Kilometern um die Stadt und wurden zur damaligen Zeit auch ausgebeutet. Hauptsächlich wurde der hochwertige grüne Obsidian verwendet, der im fünfzig Kilometer in nordöstlicher Richtung gelegenen Pachuca abgebaut wurde, aber es gibt auch Vorkommen von grauem und braunem Obsidian in der Nähe. Andere verwendete Rohstoffe waren Ton für Keramik, Basalt, Adobe und Tuff für Bauvorhaben sowie Mineralien wie Zinnober aus Minen im heutigen Bundesstaat Querétaro für Malereien. Werkstätten konnten bislang jedoch fast ausschließlich für Obsidianwerkzeuge und Keramik nachgewiesen werden.

Die Werkstätten waren aufgrund der angewandten Herstellungstechniken sehr produktiv, während gleichzeitig der Verbrauch der aus Obsidian gefertigten Werkzeuge eher gering war. Ein großer Teil davon scheint für den Export gefertigt worden zu sein, denn während William T. Sanders und Robert S. Santley eine Verbraucheranzahl von mehreren Millionen Menschen annahmen , errechnete der amerikanischer Archäologe John Clark, dass möglicherweise zehn bis zwanzig Handwerker für die Selbstversorgung der Stadt ausgereicht hätten.

Handel, insbesondere der Fernhandel, spielte eine große Rolle für die Wirtschaft Teotihuacáns. Das genaue Handelsvolumen kann nicht ermittelt werden. Innerhalb der Stadt erfolgte Handel vermutlich vor allem auf dem Great Compound, einem großen Platz, der der Ciudadela gegenüber an der Westseite der Straße der Toten liegt. Die Existenz kleinerer Märkte ist (noch) nicht belegt. Mit dem Fernhandel wurde dagegen auch ein Teil der Rohstoffe in die Stadt gebracht, der nur wenig oder überhaupt nicht in der Nähe zu finden war. Dazu zählen etwa Baumwolle und Kakao aus Morelos, Hämatit, Jadeit, Türkis und Zinnober aus dem Bereich der Chalchihuites-Kultur in Durango und Zacatecas sowie Keramik aus anderen Regionen; exportiert wurden neben Keramik wie oben erwähnt Obsidianwerkzeuge. Der Handel führte zu großem kulturellen Einfluss Teotihuacáns bis in das Territorium des heutigen Guatemala und der USA hinein.

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