Alaska die 2.

05.08.13 Anchorage 

 

Kurz nach Anchorage treffen wir in Wassili auf starken Verkehr, es folgen viele Baustellen, bei

denen man immer auf ein Follow Me Car warten muss. Die Amis brauchen das anscheinend,

eine Ampelregelung genügt hier nicht. Den McKinley, den höchsten Berg Amerikas, sehen wir

nur in Wolken und etwa in 70 km Entfernung. Aber er hat ja auch großartige Nachbarn, die

teilweise wolkenlos zu sehen waren.

Kurz darauf erreichen wir den Denali Nationalpark. Am Eingang befindet sich ein Visitorcenter,

in dem wir uns einen Film über den Park ansehen konnten. Mit dem Privatauto kann man nur

die ersten 21 km hineinfahren, ab hier geht es nur mit dem gebührenpflichtigen Bus oder zu

Fuß weiter. Wir verzichten, das Wetter gibt nicht allzuviel her und die Busfahrt würde ca 50 Dollar

pro Person kosten.

Wir suchen uns gegen 22 Uhr einen Schlafplatz.

06.08.13 McKinley Alaska 250.224 26.690 N 63 09 03 W 149 24 41

e

Gegen Mittag kamen wir in Fairbanks, der zweitgößten Stadt Alaskas, an. Wir besichtigten die

Stadt und gingen noch ein Bier trinken. Ein schöner Park mit vielen Blumen befindet sich im Zentrum.

Ansonsten 3 Strassenzüge mit Läden und Restaurants. Ansonsten sind die Außenbezirke,wie in

allen anderen Städten der USA voll mit Kaufzentren, Tankstellen und Werkstätten.

07.08.13 Fairbanks Alaska 250.577 N 64 50 52 W 147 42 24

Bei unserem letzten Halt stellten wir fest, dass das Gas in iúnserer Minna zu Ende ist. Wir haben

lange schon damit gerechnet und so überraschte es mich sehr, als ich am Morgen an einer

Gasstation die Flaschen ausbaute, dass die 11 Literflasche noch voll war und wir nur die kleine

5 Literflasche verbraucht haben. Die letzte Füllung fand in South Carolina, Anfang Mai, statt, und das

bei täglichem Gebrauch. Die automatische Flaschenumstellung funktioniert anscheinend nicht..

Außerdem musste ich feststellen, dass die Batterie am Motorrad absolut leer ist und damit

wahrscheinlich kaputt ist.

Bei einer weiteren Suche nach Antennen und Autoradio treffen wir Ralf und Mervi aus Aachen, die mit

ihrem MAN auch Kanada und Alaska besuchen und weiter nach Mexico fahren. Nach dem üblichen

Plausch verabschieden wir uns mit der Hoffnung, dass sich unsere Wege irgendwo zur selben Zeit

wieder kreuzen mögen.

Wir verlassen den nördlichsten Punkt unserer Reise und ab geht es nun wieder gen Süden.

Mal sehen, wann wir unseren südlichsten Punkt, Ushuaia in Patagonien erreichen werden.

Eintönig führt uns die Strasse in Richtung Tok. In weiter Entfernung sehen wir ein paar Bergriesen

und neben der Strasse sorgen ein paar Monster für Abwechslung.

Ich mache mir Gedanken, ob nicht der Denali Highway die abwechlunsreichere Variante gewesen

wäre, denn Fairbanks ist meiner Ansicht nicht der 400km lange Umweg wert.

Auf einem Picknikplatz schlagen wir wieder einmal unser Nachtlager auf.

08.08.13 kurz vor Tok Alaska 250.913 N 63 27 20 W 143 50 27

 

Tok war das 2. Mal erreicht, die Alaskarunde beendet. In einer Stihlwerkstatt erstand ich eine neue Batterie für die

Honda und baute sie gleich ein, sofort sprang sie an.

Nach 20 km bogen wir in den Taylor Highway ab und sofort wurde die Strecke wieder interessanter. Anfangs war

die Strasse noch geteert, unterbrochen von einigen Gravelroadpassagen. Und dann kamen wir in Chicken an, eine

alte Goldgräberstadt, wo auch heute noch nach dem wertvollen Metall Ausschau gehalten wird. Der Name Chicken

ist von den Einwohnern freigewählt worden, weil der ursprüngliche Name, es handelt sich um einen Vogel, schwer zu

buchstabieren war, Ptarmigan.

Geschichte:  Huhn, wurde Alaska ein blühendes Zentrum des Bergbaus zu Beginn des letzten

Jahrhunderts (1900), gegründet Anfang Goldsucher eine Zeltstadt in Chicken.Auch hier leben viele

waren plump, schlecht flighted und leckere Vögel genannt Schneehuhn. Die Bergleute bewundert

diesen Vogel so sehr, dass sie ihre kleine Stadt, nachdem es nennen wollte, aber keiner von ihnen

konnte buchstabieren "Schneehuhn." Sie könnten buchstabieren "Chicken" und so benannt wurde.

Das Gold wurde tatsächlich in Chicken on Franklin Creek zehn Jahre vor der berühmten Klondike

Entdeckung entdeckt. Huhn ist eines der wenigen überlebenden "Goldrausch" Städte in Alaska, und

es ist auf dem Alaska Register historischer Stätten.

Durch den frühen 1900er Jahren hatte Huhn zu einer Bergbau-Bevölkerung von etwa 400 gewachsen.

 Huhn war ein wichtiger Punkt für die Versorgung dieser Menschen, alles, einschließlich der E-Mail,

mussten in von Eagle am Yukon River werden mit dem Boot und Pferde im Sommer und von Pferden

gezogenen Schlitten auf dem zugefrorenen Yukon im Winter brachte. Der Telegraph Linien verdoppelt

sich als eine Spur für Reisende, die Valdez-Eagle-Trail ging. Sie blieben und aßen im Road House in

Chicken, Alaska.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete FE Gold Company (Fairbanks Exploration Gold Company) eine

Remote-Mining Camp im Huhn Fläche wie die 40-Meile Mining District bekannt. Das Unternehmen kaufte

Ansprüche auf Huhn Creek sowie alle Gebäude in der Gemeinde. Diese Gebäude wurden verwendet und

das Unternehmen aktiv auf Hühnerwasser abgebaut während der Sommersaison bis 1967.

In 1959 wurde die Pedro Gold Dredge wurde in Fairbanks demontiert und per Lkw zu Chicken wo sie wieder

zusammengesetzt und begann Baggerarbeiten an der Mündung von Chicken Creek. Der Bagger kann nun

sehen, wo sie für die Saison gestoppt wurde und zum ersten Mal eingestellt werden.

 

Auch Amon versucht sich als Goldwäscherin.

 Kurvig gewnnen wir Höhe, links unter unsein tiefer Canyon. Als wir dann den Fluß überquerten, fuhren wir links ab in

einen sehr schön gelegenen Campingplatz, direkt neben dem Flussbett. Amon bereitete das Essen zu, während ich

mit der Besitzerin verhandelte. Da wir nur zu einem Stopp hier waren, sagte sie gleich, no charge for you. Gegen 18

Uhr brachen wir auf zur kanadischen Grenze, die, wie ich meinem Reiseführer entnommen hatte, um 20 Uhr schließt.

Da sie sich schon in einer anderen Zeitzone befindet, hatten wir nur noch eine Stunde bis dorthin. Die Strecke war eine

Gravelroad und es ging hoch hinauf auf den Bergkamm, über der Baumgrenze.

Wir hatten eine tolle Fernsicht auf die weit entfernten 4000er. Die Grenze erreichten wir 2 Minuten vor 20 Uhr, trotdem war

der Grenzer sehr freundlich, fertigte uns ab und nahm den grünen Schein (Amerikaaufenthaltserlaubnis) auf meine Bitte

hin, aus den Pässen. Wir brauchen ja in Seattle, wenn wir wieder einreisen , eine neue für, 3 Monate. Hoffentlich klappt

das auch so, wie ich mir das vorstelle. Bisher ging unser Plan jedenfalls auf.


Weiter geht es auf Yukon. Viel Spaß.

Yukon Territorium

Wir waren wieder in Kanada und die Strasse heißt nun "Top of the World Highway. Karibos links und rechts der Strasse,

teils liefen sie sogar vor unserem Auto her, es war genau die Zeit, in der sie sich zeigten, weil um diese Zeit nach ihrem

Abendessen suchen.

 

 

 

Und dann waren wir in der Region Dawson City . Hoch über der Stadt konnten wir Fotos schießen vom

Zusammenfluss des schlammigen Yukon und des sauberen Klondike, das mich zurückerinnerte

an den Zusammenfluss des Hindus mit dem Gilgit im Himalaya.

 

Gilgit sauber, Hindus schlammig aus 1996 Indienreise

Mit der kostenlose Fähre überquerten wir den Yukon und waren in der Goldgräber-Westernstadt.

 

Nach einem Rundgang und einer Pizza beendeten wir den aufregenden Tag am Strassenrand in Dawson.

 

09.08.13 Dawson City Yukon 251.271 N 64 03 13 W 139 26 24

Nachdem wir eine ruhige Nacht am Strassenrand verbrachten, verlegten wir unser Quartier 2 km außerhalb von

Dawson City auf einen RV Campingground. Als ich das Motorrad anlassen wollte, ging wieder nichts, ich baute

die Batterie aus, wollte sie laden, Ladegerät ging sofort auf Störung. Bevor ich mich aufmachte, das Moped zu

einer Werkstatt zu schieben drückte ich nochmal den Kupplungshebel und siehe der Strom war da. Das erfreute

mich natürlich, Zeit und Geld gespart. Den Tag über verbrachten wir mit den üblichen Nachholarbeiten, Wäsche,

Internet und was sonst noch so anfällt.

Anschließend besuchten wir Dawson City mit seinen Sehenswürdigkeiten.

Commissioner`Residence

St. Paul`Church

Museum mit Brauerei

Beim Besuch im Ortspuff (siehe Fenster oben rechts)

Klondike Spirit

eine Gambling Town verweißt natürlich auch auf Monte Carlo

zum Schluß der Besuch im aufregenden Diamond Gerties Gambling Hall.

Dort verzockte ich 100 Dollar bei Black Jack.

Amon war derweil begeistert von den tänzerischen Darbietungen.

 

Auch versuchten sich die Darsteller an Songs aus verschiedenen Musicals

Ich lernte beim zocken Günther und seinen Sohn Alex mit Freund Alex kennen, die genauso verloren wie ich.

Sie ruhten sich aus, von der anstengenden abenteuerlichen Kanutour von Whitehorse nach Carmacks, ca. 320

Kilometer auf dem Yukon. Sie brauchten 11 Tage.

Ein Plausch danach beim Bierchen.

10.08.13 Dawson City Yukon 251.271 N 64 02 27 W 139 24 22

Bevor wir zum Goldschürfen in den Bonanzacreek aufbrachen, nochmal eine Kurzvisite in

Dawson City.

Postamt orginal aus alten Zeiten.

Dann ging es 20 km südöstlich wo die Goldgräbergeschichte 1896 (Geburtsjahr meiner Großmutter)

begann.

Dredge Nr.4 der größte Holzbagger der Welt, der 1959 die Arbeit einstellte, nachdem mit

ihm 5 Tonnen Gold gewaschen wurden.

Dort trafen wir auch wieder unsere deutschen Bekannten aus dem Fischbachtal.

Natürlich wurde auch vergeblich nach Nuggets gesucht.

Ein Museumsbesuch im Creek 33 zum Abschluss.

Amons Traumcabrio

Am Abend besuchten wir noch auf ein paar Bier die Westminster Launch. Dort lernten wir James

mit seiner Freundin Weiha aus Northwest Territories, kennen. Wir hatten ein lustiges Gespräch

mit den Beiden, hauptsächlich vom Heiraten in Las Vegas (Traum von Weiha). James ist ein

waschechter Indio und Weiha ein Halbeskomo. Bonny, eine Einheimische, forderte mich zu

einem Billiardgame, was ich natürlich haushoch verlor.

Bei unserem anschließenden Visit in der Diamond Gerties Gambling Hall trafen wir nochmal auf

unsere deutschen Bekannten Günther und 2x Alex. Wir spielten aber nicht mehr, hatten ja gestern

schon gewaltig verloren.

Noch ein Abschiedsbild von Günther und Alex Buß mit Freund Alex aus Fischbachtal, in der Nähe von

Darmstadt, wo Günther ein Lokal, die Dorfschänke, mit hauptsächlich italienischer Küche , betreibt.

Wir werden sie bei unserer Ankunft, nächstes Jahr im Juni, besuchen.

Dawson City oder Dawson war 2006 mit 1.327 Einwohnern die zweitgrößte Stadt im Territorium

 Yukon in Kanada. Seit Gründung des Territoriums 1898 war Dawson dessen Hauptstadt, bis die

Regierung 1953 in das 535 km südlich gelegene Whitehorse umzog.

Dawson liegt am Ostufer des Yukon, an der Mündung des Klondike River, 240 km südlich des

nördlichen Polarkreises.

Die Siedlung wurde 1896 zu Beginn des legendären Klondike-Goldrauschs gegründet und nach dem

kanadischen Geologen George Mercer Dawson benannt, der die Region erforscht hatte.

Zu erreichen war Dawson nur über den White Pass oder den berüchtigten Chilkoot Trail und danach

über einen langen und beschwerlichen Weg per Hundeschlitten oder Kanu, später per

 Schaufelraddampfer auf dem Yukon. 1898 hatten Boom und Einwohnerzahl mit über 40.000

Menschen ihren Höhepunkt erreicht. Es war die größte Stadt westlich von Winnipeg und nördlich

von Seattle. Schon ein Jahr später hatten 8.000 Menschen die Stadt wieder verlassen, 1902 lebten

nur noch 5.000 Einwohner dort.

Das Klima in Dawson ist subarktisch. Die durchschnittliche Temperatur im Juli beträgt 15.6 °C und im

Januar −26.7 °C. Die höchste je gemessene Temperatur war 34.7 °C am 31. Mai 1983, während mit

−55.8 °C am 11. Februar 1979 die tiefste Temperatur gemessen wurde. Temperaturen unter −30 °C

treten im Winterhalbjahr sehr häufig auf.[2] Besonders die harten und sehr kalten Winter haben den

Goldgräbern der Gründungszeit zu schaffen gemacht. Alle Daten von 2000.

11.08.13 Dawson City Yukon 251.271 N 64 02 27 W 139 24 22

Es hieß wiedermal alles zusammenpacken und gegen 12 Uhr machten wir uns auf zum Dempster

Highway in Richtung Polarkreis. Er wurde uns von verschiedenen Personen wärmstens empfohlen.

Nach 40 km haben wir die Abzweigung erreicht. Die Tankstelle an der Einmündung, die im Reiseführer

unbedigt empfohlen wurde, weil die nächste Möglichkeit, aufzutanken erst nach 470 km erreicht wird und

wesentlich teuerer ist, war geschlossen, vielleicht, weil heute Sonntag ist. Aber unser Tank ist noch 3/4 voll.

Das Tankproblem erledigte sich von selbst, nach 55 km Dempster, merkte ich am Schlingern der Minna,

dass uns wieder ein Plattfuß ereilt hat. Verdammt, fluchte ich, jetzt muss ich tatsächlich den verbogenen

Motorradträger abbauen. Nun es blieb mir nichts anderes übrig. Amon sicherte die Gefahrenstelle mit den

beiden Warnkreuzen ab und ich machte mich an die Arbeit.

Kurz darauf hielten 2 nette Kanadier. Sie erzählten uns, dass sie einem Kamerateam angehörten,

und ein paar Tage zuvor aus Guana (Südamerika) von Urwaldfilmarbeiten zurückgekommen seien.

Ich spendierte ein kaltes Bier für jeden und sie halfen mir Rad und verbogenen Träger abzunehmen.

Allein wäre es eine Heidenarbeit gewesen, es reichte auch so.

Als sie dann nach getaner Arbeit noch ihren Yorkshire Terrier holten und wir so ihre Tüchlein betrachteten,

war uns klar, dass sie ein Pärchen waren.

Das Risiko, ohne Ersatzrad, die über 1000 km lange Gravelroad zu fahren, erschien mir zu hoch und wir

kehrten um. Ich dachte mir, ein Grund mal wieder hier her zu fahren.

Wir kehrten zurück zum Klondike Highway und fuhren noch bis kurz vor Stewart Crossing, wo uns ein

netter Piknickplatz zum halten einlud. Dort trafen wir Mary und Tony aus Montreal, die auch mit einem

Sprinter unterwegs sind. Sie haben alles in Montreal verkauft, da Mary schwer krank ist, und sie

noch einwenig von der Welt sehen wollten.

Amon kochte und als wir aßen, kam Mary und verurteilte uns, unbedingt ihre Bilder vom Dempster

Highway anzusehen. Da es so viele Bilder waren, wechselten wir uns ab, ein paar sah sich Amon an,

dann war ich dran, dann wieder Amon, die Bilder nahmen kein Ende.

Wir badeten noch im Stewart River und schliefen dann auf dem Piknikplatz.

12.08.13 Stewart Crossing Yukon 251.544 N 63 27 15 N 136 56 30

Gegen 8 Uhr klopfte Mary an die Minna, sie verabschiedeten sich von uns. Wir machten uns 2 Stunden

später auf den Weg.

Wir ließen auch den Silvertrail nach Mayo aus, um schnellstens nach Whitehorse zu kommen,

damit ich wieder ein funktionierendes Ersatzrad an die Minna bekomme. Die kanadischen 

Pannenhilfen kosten, wie ich mir sagen ließ, 5 Dollar pro Km  Hilfsstrecke. 

Auf dem Weg lag noch der Five Figer Rapid, die gefährlichste Stromschnelle auf dem Yukon zwischen

Whitehorse und Dawson City. In vielen alten Western wird sie zur Filmkulisse. Wir trafen auf dem dortigen 

Aussichtsplatz wieder auf Mary und Tony und deren Boxerrüden. Mary begrüßte uns als träfen wir nach 

jahrelanger Abwesenheit, wieder mal aufeinander. Sofort nahm sie Amon, die gerade Hähnchenschenkel

kochte, in Beschlag. Ich unterhielt mich derweilen mit Tony über seine Vergangenheit, als er mit seiner

vorherigen Frau eine Plantage in Kolumbien bewirtschaftete.

 

Die Five Finger Rapids sind eine Felsformation im Yukon River im kanadischen TerritoriumYukon,

20 km flussabwärts von Carmacks am Klondike Highway. Vier Felssäulen aus Basaltteilten den

Fluss in fünf Stromschnellen, die „Finger“.

Der Raddampfer Low in den Five Finger Rapids 1899

Die Tutchone nannten die Stromschnellen

 Tthi-chò nädezhé, was so viel bedeutet wie

„Felsen, die im Wasser stehen“. Unter dem

Namen Five Finger Rapids sind die

Stromschnellen seit den 80er Jahren des 19.

Jahrhunderts bekannt, als Goldsucher auf dem

Weg nach Alaska und nach Dawson am Klondike

 begannen, den Yukon als Verkehrsweg zu nutzen. Die Rapids stellten dabei ein gefährliches Hindernis dar, an

dem Viele ihr Hab und Gut verloren.

Raddampfer verwendeten Winden und Stahlseile, um durch die Stromschnellen zu manövrieren. Eine der Säulen

wurde mittlerweile durch Sprengungen entfernt und die Rapids damit für Schiffe weitgehend gefahrlos passierbar

gemacht.

Als unser Essen dann fertig war, verließen uns die Beiden, nicht ohne dass sie sich auf Whitehorse 

freuten, wenn wir uns dann endlich wieder sehen werden.

Wieder auf der Strasse, fuhren wir an herrlichen Seen, links und rechts der Strasse vorbei.

Das machte uns Appetit auf ein Bad. An einer Stelle, die besonders einladend war, machten

wir halt und gingen bei herrlichem Sonnenschein und Themeraturen um die 25 Grad, in den

See. Mit einem Ehepaar aus Montreal, die hier gerade ihr Fischerboot säuberten, kamen wir 

ins Gespräch. Bei der Verabschiedung schenkten sie uns noch eine Lachsforelle, die sie

gestern geangelt hatten.

Etwa 40 km vor unserem heutigen Ziel wies ein Wegweiser auf eine Bäckerei hin, die so 2 km

von der Hauptstrasse entfernt lag. Den Duft von Holzofenbrot in der Nase fuhren wir dort hin.

Entäuscht standen wir aber dann vor verschlossenen Türen. Aber die Bäckersfrau war uns mit

ihrem Enkelsohn vorher entgegengekommen und dann umgekehrt, damit wir bei ihr einkaufen

konnten. Sie war sehr nett und erzählte uns, dass sie die Bäckerei schon 30 Jahre lang führte

und besonders stolz war sie auf ihr Holzofenbrot, das sie angeblich erst vor einigen Stunden

gebacken hatte. Wir kauften ihr 2 Pfund für 7 Dollar ab, waren aber dann doch einwenig entäuscht,

da wir an frisches, knuspriges Brot in Lauf dachten mit dem das hiesige nicht mithalten konnte.

 

Wir kamen an der Abzweigung zum Robert Campel Highway vorbei, eine mehr als 1000 km lange

Gravelroadalternative nach Lake Watson, die aber, nach Aussagen einiger Reisenden, nicht 

besonders attraktiv sein soll.

Wieder waren wir wiedermal willkommen, diesmal in Whitehorse. Unübersehbar, der Parkpltz

am Walmart. Soviele Wohnmobile machten bestimmt die Campinggroundbesitzer neidisch.

Walmart bietet den Resenden in ihren RVs kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten, die hier

so zahlreich genutzt werden, wie sonst nirgends.

Auch wir gehören dazu und kamen natürlich mit den Gleichgesinnten sofort ins Gespräch. Besonders

mit einem Paar, die auf einem sehr gut ausgebauten Mercedestruck unterwegs waren und das schon

seit 13 Jahren mit einigen Unterbrechungen in Deutschland. An den Bordwandflächen kann man eine

Weltkarte bestaunen, auf der die bisher bereisten Länder gekennzeichnet sind und das sind mehr, als

die noch weißen Flächen. Besonders stolz ist der Besitzer auf die mehrfache Durchquerung der lybischen

Wüste. Das zeigt er uns auf Fotos, bei denen sich sein Mercedes durch schwindelerregende Sanddünen

pflügt.

 

13.08.13 Whitehorse Yukon 251.926 N 60 43 57 N 135 04 10

Gleich frühmorgens versuchte ich, nachdem im Walmart Reifencenter festgestellt wurde, dass mein

beschädigter Reifen einen langen Schlitz aufwies, einen Neureifen zu erstehen. 3 Reifengeschäfte

klapperte ich ab. Doch die Größe 225/70 15 R 110/112 ist hier nicht verfügbar. Die einen wollten ihn

aus Vancouver einfliegen lassen. Da ich dann gleich 2 kaufen müsste, wären das 780 Dollar. Beim

letzten Geschäft, da würde der Reifen aus Edminton hergeschafft wurden wir uns einig. Sie konnten mir

sogar einen Conti Vancom beschaffen. Da mein Ersatzrad ebenfalls ein noch nicht gebrauchter Conti

Vancom ist, brauch ich auch nur einen und der kostet, samt Fracht, 250 Dollar. Ich muss mich allerdings

bis Freitag, also 3 Tage, gedulden. Es hätte schlimmer kommen können.

Wir können sogar unsere Minna vor der Walmartreifenstation stellen und kosten los deren Strom benutzen.

Bärbel und Axel, die wir im Waterton kennengelernt kaben, sagten sich per Mail für 18 Uhr an. Na dann

können wir unseren 6. Hochzeitstag zusammen feiern.

Nachdem wir mit dem Motorrad auf der 2nd Avenue zur höchsten Salmonleiter der Welt fuhren, um die Lachse 

zu bewundern wie sie zielgenau diese Leiter ansteuern, um eine riesige Staustufe am Yukon zu überwinden,

damit sie ihr Ziel, die Laichgründe, erreichen. Sie haben nach Überwindung dieses Hindernisses nur noch

etwa 50 km vor sich, sind also nach mehreren 1000 km fast am Ziel. Hier am Yukon gibt es die größten 

Lachse, wir sahen, einige von über einem Meter. Essen kann man sie nicht mehr, da sie auf der ganzen 

Reise nichts mehr fressen und angeblich ausgemergelt sind, was ich ihnen aber nicht ansehen kann.

Am Rückweg kauten wir noch Obst und Fleisch und kamen fast gleichzeitig mit Bärbel und Axel an der 

Minna an. Wir hatten uns natürlich viel zu erzählen. Jörg und Simone kamen noch dazu, die auch schon 2 Jahre,

mit einem hier gekauften Wohnmobil unterwegs sind.

Am Abend feierten wir mit B.und A. unseren Hochzeitstag. Die Beiden beschenkten uns noch mit 2 Käse-

Früchteteller. Wir tranken dazu Champgner, noch aus Deutschland, Bier und Whiskey. Es war eine laue Nacht

und es war schon finster, also bestimmt 1 Uhr, als wir in die Falle gingen.

 

14.08.13 Whitehorse Yukon 251.926 N 60 43 57 N 135 04 10

Der Wecker klingelte um halb acht. Heute habe ich Spype Termine mit Achim, Julia und meinen Motorradfreunden.

Es klappte einigermaßen, auch wenn Julias Bild doch sehr verzerrt war und der Ton nicht funktionierte. Trotzdem 

konnten wir viele Neuigkeiten austauschen.

Danach besichtigten wir die Stadt.

Amon war gleich mit einem Amerikaner im Gespräch.

Am Abend konnten wir Nordlichter beobachten. Wir saßen wieder mit Bärbel und Axel zwischen

unseren Wohnmobilen und quatschten bei Bier und Wiskey.

15.08.13 Whitehorse Yukon 251.930 N 60 43 57 N 135 04 10

Heute war Farmersmarket in Whitehorse, auf dem wir uns frisches Gemüse besorgten.

Anschließend ging es auf den Schaufelraddampfer Klondike 2. Ein beeindruckendes Schiff, das zwischen

1930 und 1950 die Strecke nach Dawson in 36 Stunden bewältigte und dabei bei den 5 Fingers Stromschnellen

mit Hilfe von Seilen gesteuert wurde. Mehrfach mussten 1,6 m lange Holtstämme nachgeladen werden, die als

Brennmaterial für den Antrieb sorgten.

Hauptsächlich diente es als Versorgungsschiff für Dawson City und auf dem Rückweg, der

stromaufwärts 5-6 Tage dauerte, wurde Gold aus Dawson und Silber aus den Minen bei

Keno befördert.

Nätürlich konnten auch reiche Bürger auf ihre feudalen Urlaubsfahrten buchen.

 

Ich glaube, die Steuerung des flachen Schiffes (auch beladen nur 1 Meter Tiefgang, kein Kiel)

war nicht ganz einfach.

Zurück am Walmart trafen auch wieder Axel und Bärbel von ihrer 30km langen Kanufahrt

ein. Sie erzählten begeistert von ihrem 150 Dollar teueren heutigen Abenteuer.

Gegenüber unseres Stellplatzes nahm ein Adler Platz an einer Baumspitze und beobachtete

das Treiben auf dem Yukon.

Später konnten wir wieder tolle Nordlichter bewundern.

16.08.13 Whitehorse Yukon 251.930 26.815 N 60 43 57 N 135 04 10

Unser letzter Tag in Whitehorse, ich bekam meinen Reifen gegen Mittag und schon fing es an zu

regnen. Das veranlasste mich den Radwechsel in einer Reperaturwerkstatt durchführen zu lassen.

Doch ich hätte 2Stunden warten müssen, das war mir zu lange, also machte ich mich selbst an die

Arbeit. Das Rad war schnell gewechselt, nun kam die difiziele Sache, das Reserverad wieder

vorschriftsmäßig an die dafür vorgesehene Stelle zu bringen. Tropfnass kroch ich unter dem Auto

umher, um die Technik zu begreifen, wie die Halterung des Reserverades festgemacht wurde. 2

Stunden und ich war nicht weiter. Am Walmartparkplatz besuchte ich unseren Freund aus Montreal,

der auch einen Sprinter fuhr, allerdings einen Neueren. Allerdings blieb Mercedes anscheinend

weiterhin bei diesem Patent. Mehrfach sah ich mir an in welcher Stellung die Befestigungsschrauben

angebracht sind. Und dann der Geistesblitz, man muss die Schrauben erst verkehrtrum in die

Halterung einführen und dann im Gehäuse in die richtige Position bringen, und schon funktioniert es.

Hoffentlich lässt sich Mercedes beim nächsten Modellwechsel da was neues einfallen, sodass auch

nicht so geschickte Leute wie ich damit umgehen können. Endlich um 17 Uhr, nass und durchgefroren,

war das Ersatzrad fest an seiner Stelle. Den Motorradträger dran und das Motorrad aufladen waren dann

ein Leichtes und wir konnten um !8 Uhr 30 Whitehorse verlassen. Gleichzeitig hörte es auch auf zu

regnen.

Wir fuhren noch 3 Stunden und als wir Quartier an einem Picknikplatz bezogen, trafen wir auf

Simone und Jörg aus Mainz (www.germaneagle.de.tl), die wir schon in Whitehorse kennengelernt

hatten. In deren geräumigen Womo tranken wir noch ein Bier. Die beiden sind noch nicht einmal

50 und haben das Arbeitsleben schon hinter sich. Sie haben sich in Denver das Wommo gekauft

und reisen auf unbestimmte Zeit durch die Welt.

17.08.13 Morley River 252.155 N 60 00 28 W 132 08 15

Als wir gegen 10 Uhr aufstanden, fanden wir eine Nachricht an der Windschutzscheibe vor, Trffpunkt

an Weihnachten Baja California Rosario, wir freuen uns.

Die folgenden 200 km kannten wir schon von unserer Hinfahrt Richtung Alaska. Wir erreichten

die Einmündung zum Cassier Highway, den raufzu fuhren. Nun ging es geradeaus 22 km nach

Lake Watson.

Wir waren schon gewarnt, dass wir in diesem Ort nicht viel vorfinden werden, aber das hatten wir von

Leuten, die vom Süden kamen und Alaska noch nicht bereist hatten. Denn mit Tok, der 3.größten Stadt

Alaskas, ist Lake Watson schon eine Weltstadt. Besonders eindrucksvoll dr Schliderpark, auf dem auf

einem Areal von 300 x 200 Meter fast alle Schilder dieser Welt angebracht sind.

Weiterhin hat es ein Museum, in dem in 2 Filmen die Nordlichter und die Grße des Universums

erklärt werden.

Das Polarlicht (als Nordlicht am Nordpol wissenschaftlich Aurora borealis, als Südlicht am Südpol

 Aurora australis) ist eine Leuchterscheinung (genauer ein Elektrometeor), die beim Auftreffen geladener

Teilchen des Sonnenwindes auf die Erdatmosphäre in den Polargebieten der Erde hervorgerufen wird.

Polarlichter sind meistens in zwei etwa 3 bis 6 Breitengrade umfassenden Bändern zu sehen, die

üblicherweise ab ca. 66,5° nördlicher Breite bzw. südlicher Breite auftreten (die genaue Lage variiert

allerdings in Abhängigkeit von Jahreszeit und Stärke derSonnenaktivität); direkt an den Polen sind sie selten.

Entstehung

olarlichter entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen der Magnetosphäre, hauptsächlich Elektronen,

aber auch Protonen, auf einige schwere Ionen(Sauerstoff und Stickstoff) in den oberen Schichten der

 Erdatmosphäre treffen und Prozesse auslösen, die zu geänderten Elektronenkonfigurationenführen.

Bei der nach kurzer Zeit wieder erfolgenden Abregung wird Licht ausgesandt (Fluoreszenz).

Auch Kernwaffentests in hohen Atmosphären-Schichten (400 km) rufen solche Phänomene hervor, wie

beispielsweise der Starfish-Prime-Test der USAam 9. Juli 1962.

Polarlichter treten hauptsächlich in den Polarregionen auf, denn die Sonnenwindteilchen, ein elektrisch

geladenes Plasma mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von ca. 500 bis 833 km/s

(bis zu 3.000.000 km/h) und einer Dichte von ca. 5 × 106 Teilchen pro m3 in Erdnähe, werden vom

Magnetfeld der Erde zu den magnetischen Polen gelenkt. Die Teilchenbewegung erfolgt letztlich in

Richtung der Feldlinien. Am magnetischen Pol verläuft das Magnetfeld senkrecht zur Erdoberfläche,

und die Teilchen können in die Erdatmosphäre eintreten. Das Plasma benötigt bis zum Eintreffen bei

einem Erde-Sonne-Abstand von rund 150 Millionen Kilometern rund zwei bis vier Tage.

Polarlichter kommen sowohl in nördlichen Breiten vor (Nordlichter, auch Aurora borealis) als auch auf

der Südhalbkugel (Südlichter, auch Aurora australis). Auch auf anderen Planeten des Sonnensystems

 werden diese Erscheinungen beobachtet. Voraussetzung hierfür ist, dass der Planet ein eigenes

Magnetfeld und eine Atmosphäre besitzt.

Häufigkeit

Die Häufigkeit der Polarlichterscheinungen in mittleren Breiten (Mitteleuropa) hängt von der Sonnenaktivität

 ab. Die Sonne durchläuft einen Aktivitätszyklus (Sonnenfleckenzyklus), der vom Anfang (solares Minimum)

über die Mitte (solares Maximum) bis zum Ende (erneutes Minimum) im Durchschnitt elf Jahre dauert. Mit

diesem Zyklus schwankt auch die Häufigkeit von Polarlichtern. Insbesondere während des Aktivitätsmaximums

(auch Solarmax, zuletzt 2011/2012) finden starke Eruptionen auf der Sonne besonders häufig statt. Die dabei

ausgeschleuderten großen koronalen Massenauswürfe sind für Polarlichter in Mitteleuropa essentiell. In frühen

und späten Phasen des Sonnenzyklus, nahe am solaren Minimum, treten viel weniger dieser Eruptionen auf und

somit gibt es auch eine deutlich geringere Wahrscheinlichkeit für Polarlichter. Dennoch können auch im

abfallenden und ansteigenden Sonnenzyklus starke Ereignisse beobachtet werden.

So wurden unter anderem im Herbst 2003 Polarlichter in Griechenland und auch auf den Kanarischen Inseln gesehen.

Im Mittel können während der Phase des Solarmax im deutschsprachigen Raum etwa 10–20 dieser

Leuchterscheinungen pro Jahr beobachtet werden, im Allgemeinen am Nordhimmel, nur bei besonders starkem

Sonnenwind können sie auch in südlicher Richtung auftreten. Durch erdgebundene, visuelle Sonnenbeobachtung 

können Polarlichter kurzfristig vorhergesagt werden. Besser gelingt dies aber durch das Hinzuziehen von frei

verfügbaren Daten der diversen Weltraummissionen von ESA und NASA zur Erforschung der Sonne und des

Sonnenwindes. Da der Sonnenwind 2–4 Tage von der Sonne bis zur Erde benötigt, kann also in diesem Zeitabstand

nach einer starken Sonneneruption mit Polarlichtern gerechnet werden.

Die statistische Ableitung, dass Polarlichter hauptsächlich im Herbst/frühen Winter, von Ende Oktober bis Mitte

Dezember, sowie im späten Winter/Frühjahr, von Ende Februar bis Anfang April, auftreten, ist nicht absolut gesichert.

Hier stehen zwar die Magnetfelder von Erde und Sonne besonders günstig zueinander, aber dieser Effekt ist aufgrund

der geringen Neigung der Erdbahn gegen die Ekliptik eher zu vernachlässigen. Wahrscheinlicher ist es, dass besonders

in den kältesten Winternächten die Beobachtungen aufgrund des Wetters sehr rar sind. Ähnliches gilt für die fehlenden

Sommerbeobachtungen, denn zu dieser Jahreszeit herrscht im Norden die Mitternachtssonne und macht

Polarlichtsichtungen praktisch unmöglich. Im Allgemeinen kann man sagen, dass Polarlichter mit zunehmender

Distanz zum jeweiligen Pol, etwa von Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien aus, meist nur während

des Aktivitätsmaximums der Sonne beobachtet werden können, was relativ selten ist. Mittels moderner Digitalkameras

kann man jedoch auch während der weniger aktiven Phasen des Sonnenzyklus noch einzelne Ereignisse – von

Mitteleuropa aus – dokumentieren.

Die Intensität der Polarlichter steigt seit 2007 wieder an und hat 2012 ihren letzten Höhepunkt erreicht. Laut der

amerikanischen Luft- und Raumfahrtbehörde NASA sollten es die stärksten Polarlichter seit 50 Jahren sein.

 

Auf der Suche nach einem gePicknikplatz fürs Abendessen, gegegnen wir doch tatsächlich

noch einem Bison, wir hatten es fast schon aufgegeben, so ein Exemplar in freier Wildbahn

zu Gesicht zu bekommen. Er war aber nur der Vorbote, wir sahen kurz darauf eine ganze Herde.

 

Dann gab es Abendessen am Coalriver.

Kurz darauf erreichten wir die Liard Hot Springs und liesen den Tag noch mit einem heißen Bad ausklingen.

 

Kurz vor dem Muncho See, wo wir uns einen Schlafplatz suchten, begegneten wir noch einem

einzelnen  Schwarzbären und einer weiteren Herde Bisons. Also soviele Tiere auf dem Alaska

Highway zwischen Lake Watson und Fort Nelson.

Seit geraumer Zeit befinden wir uns nicht mehr in Yukon Territorium, sonder wieder in

British Kolumbia, desalb weiterlesen im neuen Kapitel.

British Columbia

18.08.13 Muncho Lake 252.639 N 59 02 37 W 125 46 53

Unsere Übernachtung, direkt über dem Muncho Lake war ruhig, wir schliefen bis 10 Uhr. Das Wetter

war regnerisch, wir räumten auf im Innenraum der Minna, sodass wir ein wenig mehr Bewegungsfreiheit

haben. Das Wasser des Sees war dunkelblau, aber als wir abfuhren, lockerte die Bewölkung auf und

sofort erschien uns der See in herrlichem Türkis.

Auf einem Pass in den Stonmountains sahen wir 2 Steinböcke.

Fort Nelson, ein häßliches Nest, ließen wir hinter uns, machten das Essen abseits der Strasse,

und beschlossen, nachdem ich festgestellt habe, dass eine Radmutter abgebrochen ist und die

anderen Radschrauben nur noch locker im Gewinde saßen, dass wir das morgen in Fort St. John

reparieren lassen. Die lockeren Schrauben zog ich, so gut es ging, fest.

Kaum aus der Stadt schleudert mir ei entgegenkommender LKW einen Stein gegen die

Windschutzscheibe, 2. Schaden, ein kleines Loch.

In der Zeit zwischen 17 0nd 20 Uhr sahen wir bisher die meisten Tiere neben der Strasse. In der

Mitte zwischen Fort Nelson und Fort St. John hatten wir wieder mal das Vergnügen, eine Schwarzbärin

mit 3 Kindern beobachten zu können.

Der August geht in die 2. Hälfte, d.h. der Sommer geht zu Ende, im darauf folgenden Indian Summer

färben sich die Bäume in herrliches Rotbraun.

Fort St. John ist eine große Stadt, zig Tankstellen, Werkstätten und Kaufhäuser säumen die

Stassenseiten.

19.08.13 Fort St. John 253.281 N 56 14 16 W 120 50 55

Nach 3 vergeblichen Versuchen, die Radschraube bei Reifenwerkstätten reparieren zulassen,

half uns der Chef einer kleinen Baggerfirma und bohrte die kaputte Schraube heraus. In meinem

Werkzeugset hatte ich eine Ersatzschraube, Gott sei dank, denn metrische Schrauben sind hier

nicht zu bekommen.

Nachdem wir aufgetankt und unsere Vorräte ergänzt hatten, gingen wir ins McDonald und sahen mal

im Internet nach, ob es tatsächlich billige Kreuzfahrten von Vancouver oder Seattle nach Alaska gibt,

wie uns Jörg und Simone versicherten. Und tatsächlich wir werden fündig, für rund € 700 pro Person,

können wir die  Alaskareise noch einmal von der Seeseite her buchen. Mal sehen, wir haben noch ein

bisschen Zeit.

Wir verlassen die Stadt, gleich danach verlor ein mit Holzpaletten beladener LKW in einer Kurve seine

komplette Ladung. Die Strasse war für eine Stunde komplett gesperrt.

Nach einer weiteren Stunde kamen wir durch das nette Städtchen Hudson s Hope.

und picknikten an einem wunderschönen Plätzchen. Wir waren mitten in einem dichtbewachsen

Birkenwald, der auf anderen Seite durch einen rauschenden Fluss begrenzt war.

Die nette Campingplatzwächterin kam vorbei und wollte für die kommende Nacht 15 Dollar kassieren.

Da wir nur unser Pickniklager aufgeschlagen hatten und fertig waren, sagte sie uns "no charge", sehr

freundlich gab sie uns noch einen Tipp, die warme Dusche, 1km zurück, benutzen zu dürfen, was wir

natürlich mit Freuden annahmen. Campground N 56 01 27 W 121 55 41

Gut eine Stunde später erreichten wir Chetwynd.

Hier fanden wir riesige Holzlagen und einen Staudamm vor.

Die ganze Stadt ist geschmückt mit Holzschnitzereien.

20.08.13 Chetwynd 253.463 N 55 41 48 W 121 38 12

Gegen Mittag verließen wir die Stadt, in Richtung  Prince George. Es ging über kleine Pässe und entlang

eines reissenden Flusses, in dem sich lange Baumstämme stauten.

30 km vor Prince George, es war nachmittag, fragten wir eine Rv Besitzerin, ob wir dort grillen könnten.

Wir hatten ja noch eine grosse Lachsforelle im Kühlschrank. Freundlich erlaubte sie es uns als

"canadian gift".

Gegen 18 Uhr erreichten wir Prince George.

Hier beginnt und endet fast jede Kanada/Alaska Tour, auch für uns, deshalb ein kurzes Resümee:

32 Tage, ca. 8.500 km die Strecke kann im- und gegen den Uhrzeigersinn, oder als eine 8 in verschiedenen

Richtungen gefahren werden. Wir wählten den Uhrzeigersinn:

Prince George, Abstecher nach Prince Ruppert, Cassier Highway, Stewart/Hyder, Skagway, Fähre nach Haines,

Tok, Abstecher McCarthy Road, Valdez, Fähre Whittier, Seward, Homer, Anchorage, Denali, Fairbanks, Tok, Top

of the World Highway, Chicken, Dawson City, Dempster Highway nach 55 km abgebrochen (Plattfuß, kein weiteres

Ersatzrad), Mayo ausgelassen aus dem selben Grund, Whitehorse, Lake Watson, Muncho Lake, Fort Nelson, Fort

St. John, Prince George.

Nach ca. 100 km erreichen wir den Hush Lake und quartieren.

21.08.13 Hush Lake 253.873 N 53 09 14 W 122 21 43

Gleich nach 10 km geht es links ab nach Barkerville, ein Ort mit Geschichte. Viel eher als z.B. in Dawson City,

nämlich schon 1850 begann hier der Goldrausch. Die Stadt ist ziemlich orginal aufgebaut. Wir sehen uns einen

Film über den Ursprung von Barkerville und dem großen Brand von 1868.

Barkerville war ab 1863 der Hauptort des Cariboo-Goldrauschs im kanadischen British Columbia. Er befindet

sich im Quesnel-Hochland bei denCariboo Mountains, rund 80 km östlich von Quesnel und wurde am 4. Juni

1924 zur Nationalen Geschichtsstätte erklärt.

Benannt wurde der Ort nach dem englischen Goldsucher Billy Barker, der hier 1862 fündig wurde. Vier Jahrzehnte

später war der Ort, der zeitweise mehr als 5.000 Einwohner zählte, eine Geisterstadt. Seit 1958 wird er restauriert

und seine Geschichte erforscht.

Geschichte

Barkerville entstand als Goldgräberstadt. Nachdem Billy Barker (1817-1894) als einer der ersten Goldsucher im

 Cariboo-Gebiet fündig wurde, entstand eine Reihe neuer Orte wie das nach ihm benannte Barkerville, Keithley

Creek, Quesnel Forks, Antler, Richfield, Fort Alexandria und Horsefly. Das als Cariboo bekannte Gebiet zog viele

Goldsucher an, von denen drei Jahre zuvor wiederum viele dem Fraser-Canyon-Goldrausch gefolgt waren. Sie zogen

nun weiter nordwärts, doch mit immer neuen Goldfunden erreichte der Ruf des Gebiets auch Europa, und zahlreiche

Männer machten sich auf den Weg dorthin.

Barkerville wurde der größte Ort nördlich von San Francisco und westlich von Chicago. Barkers Goldfund – sein Claim

war so ergiebig, dass er 37.500 Unzen Gold erbrachte löste binnen weniger Wochen die Zuwanderung Tausender

Glücksritter aus.

Die Abgelegenheit des Gebiets und der sprunghaft ansteigende Bedarf ließen die Preise für Lebensmittel und

Ausrüstungsgegenstände in die Höhe schnellen. Erst mit dem Bau der Cariboo Wagon Road, eines Karrenwegs,

den Gouverneur James Douglas 1861 veranlasste, und der 1865 fertiggestellt wurde, kamen Güter in ausreichender

Menge in den Ort, so dass sich die Preise wieder normalisierten. Die Hudson’s Bay Company, die zu dieser Zeit noch

eine bedeutende Macht im Westen des späteren Kanada war, fürchtete anfangs, dass der erwartete Ansturm von

US-Amerikanern zu einer späteren Annexion des gesamten Gebiets führen könnte, so, wie die Gesellschaft bereits

1849 ihre Forts in Washington und Oregon verloren hatte. Diesmal waren nur wenige US-Amerikaner dabei, weil die

meisten in die vom Bürgerkrieg zerrissene Heimat zurückkehrten.

Anfangs bestand der Ort nur aus Zelten und schlichten Hütten, doch die Bevölkerung stieg auf über 5.000 Einwohner.

Läden wurden eröffnet, um den Grundbedarf zu decken, Restaurants, allein 20 Saloons entstanden, ein Theater

 (das Theatre Royal) und Bordelle, bald erschien eine Tageszeitung und es entstand sogar eine literarische Gesellschaft,

die Cariboo Literary Society sowie eine Freimaurerloge.

Kirche in Barkerville (2008)

Die Regierung machte das Goldschürfen von einer Lizenz abhängig. Es bestand eine Polizeitruppe und ein Gericht,

wobei Richter Matthew Baillie Begbie den Beinamen „der hängende Richter“ erhielt. Er schreckte weder vor Todesurteilen

 noch vor Zwangsarbeit zurück und nahm, zum Schrecken mancher Kalifornier, die Aussagen von Indianern und Chinesen

genauso ernst, wie die aller anderen.


Barkerville 1865

 

Am 16. September 1868 wurden zahlreiche Holzhäuser der Stadtdurch einen Brand zerstört, doch wurden innerhalb

von sechs Wochen 90 Gebäude wieder aufgebaut. Nun wurde die enge Main Street, die Hauptstraße, verbreitert,

es entstanden Bürgersteige, und 1880 entstand eine erste Schule mit 13 Schülern.

Mit dem Ende des Goldrauschs verließen die meisten Bewohner die Stadt. Zugleich wanderten Chinesen zu, deren Zahl

im Cariboo-Gebiet nach Aussage des dortigen Abgeordneten Charles Wilson zwischen 1881 und 1884 von zwei- bis

dreihundert auf 1.100 bis 1.200 anstieg. Sie erwarbenClaims und setzten sich, trotz Gewaltanwendung gegen den

Widerstand der Weißen durch Im Geschäftsbereich wurden chinesische Unternehmen, wie die Kwong Lee Company,

unverzichtbar. Die chinesische Gemeinde war äußerst sparsam, die Männer lebten auf engstem Raum, und man half

sich untereinander durch Gründung gemeinnütziger Gesellschaften. Rechtsstreitigkeiten löste die Gemeinde intern,

ohne die Gerichtsbarkeit der Provinz in Anspruch zu nehmen. Die fleißigen und sparsamen Chinesen übernahmen

häufig Claims, die von Europäern bereits aufgegeben worden waren. Dennoch konnten sie den Bevölkerungsrückgang

nicht aufhalten. Eine kurzzeitige Wiederbelebung verursachte die Weltwirtschaftskrise mit ihren stark steigenden

 Goldpreisen, die erneut Goldsucher nach Barkerville lockten.

1958 beschloss die Regierung der Provinz, den fast verlassenen Ort zu restaurieren, und die Geschichte jedes

einzelnen Hauses aufzuarbeiten. Die wenigen Bewohner verließen den Ort, z. T. mit Unterstützung der Regierung,

und zogen während der Restaurierungsmaßnahmen nach New Barkerville. Neben der historischen Stätte entstand

die „Barkerville Historic Town“, in der Wissenschaftler weiterhin an der historischen Erforschung der benachbarten

Geisterstadt arbeiten.

Nach einem Bad an einem klaren, aber relativ warmen See, 40 km vor Williamslake, sind wir aufgebrochen und in

Williamslake angekommen.

22.08.13 Williams Lake BC 254.180 N 52 07 29 W 122 07 04

Es ging mir nicht gut auf der Fahrt zum Wells Grey Park, wir legten eine Pause an einem See ein und ich legte mich für

2 Stunden ab. Regeneriert kamen wir nachmittags am Park an, informierten und im Visitorcenter über die Wegstrecke

zu den attraktiven Wasserfällen und starteten. Mein alter Reiseführer sprach noch von Gravelroads im Park, die aber

schon längst asphaltiert wurden.

 

Kurze Wanderungen durch die Pienienwälder brachten uns zu den unterschiedlichen Fällen.

Der erste, der Spahats ist über 100 Meter hoch, führt aber im August recht wenig Wasser.

Der Helmken Fall ist dann noch breiter und führt mehr Wasser, das Rauschen hört man schon vom

Parkplatz aus.

 

Trotzdem ist es imposant, am Rand des Canyons,das tosende Wasser in die tiefe Schlucht fallen

zu sehen.

Wir lernten dort ein Paar aus Schwaben kennen, die ihren Sohn in Vancouver bei der Poker WM in Vancouver

zur Seite standen und die Reise noch zu einem 3-wöchigen Ausflug in Kanada nutzten.

Der

Eigentlich wollten wir am Clearwater Lake, nochmal 25 km auf Gravel, übernachten. Dort konnten

wir aber den uns beschriebenen Picknikplatz nicht finden, sondern nur einen gebührenpflichtigen

Campground. Kurz entschlossen traten wir den Rückweg an, Amon machte das Abendessen am

Redspring Picknikplatz, direkt am steilen Ufer des Clearwater Flusses.

Anschließend fuhren wir noch ein Stück bis zum Parkplatz des Dawson Falls. Wir liefen noch im Dunkeln

durch den Wald, immer dem Rauschen nach. Es war aber doch zu weit bis zu den Falls und wir wollten

ja nicht unbedingt Schlagzeilen als Opfer von Bären machen und gingen zurück zur Minna.

23.08.13 Dawson Falls Grey NP 254.512 BC N 51 57 45 W 120 07 55

Den Ausflug zum Dawson Fall holten wir am nächsten Morgen nach. Diese Stelle erinnerte mich stark an

die Krka Wasserfälle in Kroatien, die wir auch vor einem Jahr besuchten.

Wir verabschiedeten uns von Clearwter und seinem Wells Gray Park und fuhren am Clearwater- und

Thompsonriver entlang bis nach Kamloops. Hier ist das Klima trockener und wärmer. Man merkte es

an der veränderten Vegetation. Kaum noch Bäume oder gar Wälder.

Auf der 99er verließen wir die Stadt in Richtung Südwesten. Als wir höher kamen, konnten wir links und rechts

kleine Salzseen entdecken.

Hoch über der Stadt hatten wir Ausblick an einem Viewpoint über einen großen See. Wir führten Small Talk mit

einigen Deutschen. Der im blauen Hemd sprach Amon an und erzählte von seiner adoptierten Tochter aus Kenia,

die er aber nur finanziell unterstützte und sie noch nie gesehen hätte.

Weiter zwei deutsche Pärchen aus Cham, die mit ihren Kinder Kanada einen 3 wöchigen Besuch abstatteten.

Sie müssen pro Wohnmobil für 20 Tage € 4.000 berappen.

Die traumhafte 99er (Canyonroad) führte uns weiter durch tiefe Schluchten, hohe Pässe, an reißenden

Flüssen entlang.

Nachmittags machten wir Halt am Ufer eines eiskalten Flusses, dort kommen feuerrote, lachsähnliche

Fische vorbei zu ihren Laichgründen, aber nur alle 2 Jahre, und zwar immer in den ungeraden. Die Zeit dafür

war nochzu früh. Wir dagegen nahmen noch ein Bad im Fluss, wer weiß, ob sich heute noch eine

Waschgelegenheit bieten würde.

Jede Menge Treibholz bildet einen Damm vom See zum weiterführenden Fluss.

Das Treibholz ist ein Problem in Kanada, wie wir gehört haben soll es auch an den Stränden

des Pazifics zu großen Ansammlungen kommen.

Wir näherten uns Pemperton und fuhren genau auf die Gletscher zu.

Von Pemperton ist es nur ein kurzes Stück bis zum Weltskiort Whistler. Dieses Skidorf soll Nancy Greene,

die kanadische Skiweltmeisterin, der 80er Jahre, nach europäischen Vorbild, St. Moritz, entworfen haben.

Das ist ihr gut gelungen. Amon, deren Traumheimat ja St. Moritz ist, bekam bei der Besichtigung Whistlers,

glänzende Augen.

 

Wir fuhren weiter bis Squamish und nächtigten.

24.08.13 Squamish BC 255.044 N 49 42 18 W 123 08 48

Von unserem Schlafplatz, MacDonalds, Konnten wir ein kurze Skypekonferenz mit Julia, meiner

Nichte führen, wo wir auch die ersten Livebilder von Nadja, ihrer Tochter, sehen konnten. Nadja

hat ja kurz vor unserer Abreise, am 29. Dezember 12, das Licht der Welt erblickt und ist ja jetzt schon

älter als ein halbes Jahr.

Nochmal zurück zum Wallmart, aber auch hier bekommen wir keine WIFI Antenne.

Noch ein paar Bilder beim Tantalus Lookout von den umligenden Gletscher und wir erreichten

den Horseshoe Hafen,

wo die Fähren zur Sunshine Coast und nach Vancouver Island starten und ankommen, frühstückten wir

in einem lebhaften Park, bevor es , am Pacific mit seinen traumhaften vorgelagerten Inseln, nach Vancouver

weiterging. Schon von weitem begrüßte uns die Skyline von Down Town mit seinen glänzenden goldenen und

silbernen Hochhäusern. Der Verkehr war nicht dicht, als wir durch die Innenstadt, Richtung Hafen fuhren.

bitte genau hinsehen, das ist wirklich ein Hund mit Brille auf dem Sozius, haben auch zuerst gedacht, es

wäre ein Stofftier.

Ich machte mich auf um evtuell Stand By Tickets für das norwegische Kreuzfahrtschiff, das im Hafen lag und heute

abend auslaufen sollte, zu ergattern, aber ergebnislos. Keiner konnte mir sagen, wo solche Tickets aufzutreiben

sind. Amon besuchte einen Applestore, um ihre aufgetretenen Probleme mit ihrem IPad zu besprechen.

Nachmittags war der Verkehr schon dichter, als wir uns 2 der 3, in der Nähe von Vancouver befindlichen

Campingplätze, besichtigten. Wir schliefen in der Nähe eines Parkes, da der 1. zu teuer, der 2. ohne WIFI, und

noch dazu nicht sauber waren.

25.08.13 Vancouver BC 255.187 N 49 17 00 W 122 49 46

Wir trafen uns mit Paul, einem Freund von Amon s Sohn, er lud uns zu sich nach Hause ein und stellte uns

seiner Familie vor. Seine Mutter kommt aus Mexico und sein Vater aus El Salvador. Wir wurden mit Obst und

Gebäck versorgt, da die Mutter gestern Geburtstag feierte. Amon gab Paul ihm ein Bündel Wäsche, das er der

Freundin ihres Sohnes übergeben soll. Nun ist auch die Frage des Abstellplatzes für die Minna, während unserer

wahrscheinlichen Kreuzfahrt nach Alaska geklärt. Auf dem Garagenplatz vor Pauls Haus sei das kein Problem.

26.08.13 White Rock/ Vancouver BC 255.232 N 49 03 31 W 122 48 33

Als wir in White Rock unsere Vorräte ergänzten, kam uns die spontane Idee, gleich vom Fährhafen Tsawwassen, 

nach Vancouver Island zu verschiffen. Wir kamen am Fährhafen um 10 Uhr 40 an, bezahlten $ 82 und konnten

sofort auf das Schiff fahren, das um 11 Uhr ablegte. 

 

Herrlich durch die vorgelagerten Inseln, was uns einen Vorgeschmack auf die bevorstehende Kreuzfahrt vermittelte,

kamen wir nach 1,5 Stunden in Sydney an. Amon ging mir beim Ausfahren von der Fähre verloren. Sie wollte noch

ein paar Fotos schießen und irgendwie verpasste sie mich. Mit Hilfe eines Kleinbusses suchte eine Hafenangestellte

dann nach der schwarzen Frau und konnte sie auch finden und mir wieder bringen. 

Nachdem wir 3 Campgrounds in der Nähe von Victoria zur Auswahl hatten, entschieden wir uns gleich für den ersten.

Ozeanside ist sein Name, kostet für die nächsten 4 Tage $ 105, ohne Strom und ohne Wasser. Beides fanden wir aber

am uns zugewiesenen Platz vor. Wenn wir hier bleiben können, ist es ein Schnäppchen. 

Großer Waschtag ist erstmal angesagt.

27.08.13 Campground Ozeanside/ Vancouver Island BC 255.290 N 48 35 19 W 123 22 25

Besuch in Victoria.

 

 

Mit dem Motorrad ging es nachmittags ins lebhafte Victoria. Amon war glücklich schon wieder in einer Großstadt

bummeln zu können. Ich besuchte derweil ein Reisebüro wegen unserer Kreuzfahrt, aber die hatten auch kein

günstiges Angebot. Wir besichtigten die Stadt via Motorrad und bummelten dann noch auf dem Fisherman s Wharf.

Anschließend versuchte ich mein Glück noch bei einer Versicherung, eine 3-monatige Verlängerung für die Minna

zu bekommen. Katleyn, von der Bill Hartley Insurance, versuchte ihr möglichstes, hatte aber auch kein Glück.

Victoria ist die Hauptstadt der kanadischen Provinz British Columbia. Sie liegt am Südzipfel von Vancouver

Island und hat ihren Ursprung in einem 1843 errichteten Handelsposten der Hudson’s Bay Company. Der

Name geht auf die britische Königin Victoria zurück.

Unter dem Namen Fort Victoria wurde die Stadt zum Zentrum des Pelzhandels in den westlichen Gebieten

Kanadas. Sie entstand in einem Gebiet, das von Küsten-Salish bewohnt war, einer großen Gruppe indianischer

 Ethnien, die im Nordwesten der USA und in British Columbia lebt. Die Stadt steht, abgesehen vom

Parlamentsgebäude, dessen Grund 2006 von der Stadt gekauft wurde, bis heute auf Indianergebiet.

Aus dem zentralen Handelsposten entwickelte sich die Hauptstadt der britischen Kronkolonie Vancouver

Island, dann der Vereinigten Kolonien von Vancouver Island und British Columbia und schließlich der

gleichnamigen kanadischen Provinz. Ihre wirtschaftliche Basis war anfangs der Handel, zu dem sich

Verwaltung, Militär und Polizei, dann die Marine gesellten. Die Ausbeutung der natürlichen Ressourcen,

vor allem von Holz, Kohle und der fischreichen Gewässer, besonders aber die Goldfunde auf dem

Festland machten die Ansiedlung zu einer vergleichsweise großen Stadt. Sie wurde jedoch von Vancouver

 überflügelt. Starke Zuwanderung aus Großbritannien und politische Dominanz gaben ihr einen ausgesprochen

„englischen“ Charakter.

Der Ballungsraum Capital Regional District umfasst neben der eigentlichen Stadt Victoria (80.017 Einwohner

im Jahr 2011 noch zwölf weitere Gemeinden, die zusammen 344.615 Einwohner zählen

Geografie

Die Kernstadt Victorias (Downtown) liegt an einer kleinen Bucht auf der dem Pazifik abgewandten Südostseite

von Vancouver Island, die derwestkanadischen Provinz British Columbia vorgelagert ist. Dazu kommen die

umgebenden sogenannten Nachbarschaften(neighbourhoods), die zusammen das Stadtgebiet ausmachen.

Die Stadt wiederum bildet den Kern des Capital Regional District, zu dem der Ballungsraum zusammengefasst

wurde. Der überwiegende Teil der Bewohner von Vancouver Island lebt hier.

Die Juan-de-Fuca-Straße trennt die Insel von den Vereinigten Staaten, deren Olympic Mountains von Victoria

aus im Süden zu sehen sind. Östlich liegt die Straße von Georgia, in der sich Hunderte von Inseln befinden,

die unter dem Namen Gulf Islands bekannt sind. Die umgebende Hügellandschaft schützt das Stadtgebiet vor

den ergiebigen Regenfällen an der Westküste der Insel. Zugleich liegt der Ort so günstig, dass er von Stürmen

nur selten erreicht wird.

Die Stadt liegt südlich des 49. Breitengrades, der ansonsten ostwärts bis zu den Großen Seen die Grenze

zwischen den USA und Kanada darstellt.

Flora und Fauna

Gouverneur der Hudson’s Bay Company (HBC), der diese Stelle als Standort für den Haupthandelsposten

aussuchte, sah in der Landschaft mit ihrer parkartigen Erscheinung “a perfect Elysium in point of climate and

scenery”(deutsch: „ein perfektes Elysium in Bezug auf Klima und Landschaft“). Die Wahl des Ortes wurde also

maßgeblich vom Landschaftsbild, allerdings auch vom milden Klima und dem natürlichen Hafen beeinflusst.

Die Schöpfer dieser Kulturlandschaft um Victoria waren die Songhees, eine zu den Küsten-Salish zählende

ethnische Gruppe, die heute als „Stamm“ anerkannt ist. Sie pflanzten Camassia quamash an, meist

vereinfachend als Camas bezeichnet, eine früher für ein Liliengewächs gehaltene Agavenartmit blauen Blüten.

Ihre Zwiebeln

 schmecken wie sehr süße, gebackene Tomaten, manche auch wie Birnen. Sie haben einen Durchmesser von

4–8 cm und wiegen bis über 100 g. Besonders dieser Anbau und die Pflege des Bodens verwandelten die

Landschaft im Laufe der Jahrhunderte, und gaben ihr den parkartigen Charakter. Zudem war die Pflanze ein

begehrtes Handelsobjekt.

Songhees eine bestimmte Eichenart, die Oregon-Eiche (Quercus garryana), die einem der Nachbarorte ihren

Namen gab. Neben dem Grasland bildeten sie ein ganz eigenes Ökosystem, neben von Douglasien oder Sümpfen

dominierten küstennahen Gebieten. Die Oregon-Eiche ist zwischen British Columbia und Kalifornien verbreitet,

wächst aber am besten um Victoria. Sie ist nach Nicholas Garry (ca. 1782–1856) von der Hudson’s Bay Company

benannt und wird bis über vierhundert Jahre alt. Um 1800 umfasste dieses System noch rund 15 km² im Gebiet von

Victoria, heute sind davon nur noch 21 ha übrig. Die großen Parks im heutigen Stadtgebiet speisen ihr

Erscheinungsbild bis heute aus diesen beiden Wurzeln.

Die von den Einwanderern vorgefundene Vegetation entsprach also schon lange nicht mehr dem sonst an der

Westküste vorherrschenden gemäßigten Regenwald, der überwiegend aus SitkaichtenRiesenlebensbäumen,

 Westamerikanischen Hemlocktannen, Douglasien und Pazifischen Eibenbestand. In diesem doppelten Sinn

nennt sich die Stadt gern Great Victoria – The City of Gardens.

Lachs war die Hauptnahrung der Küsten-Salish. Vor allem San Juan Island wurde häufig mit Kanus angefahren.

Auch andere Fische wie Hering undHeilbutt, aber auch Vögel – Victoria besitzt seit 1931 im Hafenbereich ein

134 ha großes Schutzgebiet für Zugvögel[– standen und stehen auf der Speisekarte, dazu Muschelarten wie

 Tresus nuttallii. Bis heute spielt Lachs eine wichtige Rolle bei der Ernährung der Stadt und auch der Tourismus

profitiert in hohem Maße von der Fauna der Umgebung. Das gilt vor allem für die Wale, die allerdings zunehmend

durch schnelle Boote der Walbeobachter (Whale watching) belästigt werden. Das betrifft vor allem die Orcas der

 southern resident population, eine ortsfeste Population, die aus etwa 80 Tieren besteht.

Klima

Wie vor der gesamten Westküste macht sich der Einfluss der Kuroshio-Strömung stark bemerkbar. Das Klima ist

sehr mild; selten steigen die Temperaturen über 30° oder fallen unter 0 °C. An durchschnittlich zwei Tagen pro Jahr

fällt die Nachttemperatur unter −5 °C. Die Sommer sind trocken und die Winter feucht, aber sie sind auch die

mildesten in ganz Kanada Im Jahr fallen durchschnittlich 883 mm Niederschlag, während in Vancouverfast die

eineinhalbfache Regenmenge fällt. An der Westküste der Insel hingegen herrschen ergiebige Regenfälle vor, die bis

zu achtmal so umfangreich sind wie in Victoria. Im Schnitt fallen 43,79 cm Schnee pro Jahr, nur selten fallen über

100 cm. Jeder dritte Winter ist praktisch ohne Schnee. Dabei erhält die Stadt über 2200 Sonnenscheinstunden pro Jahr.

 

 
 

Downtown

 

 
Blick über den Inneren Hafen
Das Fairmont Empress Hotel von 1905

Die Innenstadt (Downtown) mit Fußgängerzone, Lokalen und Geschäften

befindet sich östlich des Upper Harbour und des Inner Harbour, an dem sich

die Sehenswürdigkeiten wie die Parlamentsgebäude und das Fairmont

Empress Hotel befinden. Downtown steht überwiegend unter Denkmalschutz, vor allem

die vor 1945 errichteten Gebäude. Aus den ehemaligen Lagerhäusern, Büros,

Bars, Bordellen und Hotels sind, ebenso wie aus den Barackensiedlungen der

Frühzeit Restaurants, Geschäfte, Pubs und Kunstgalerien geworden. Das

ehemalige Gebäude des Provinzgerichts ist heute das Maritime Museum, in dem

der Gerichtssaal von 1889 vollständig erhalten ist und welches 1981 zur National

Historic Site of Canada erklärt wurde.

Im Inner Harbour legen Fähren an, wenn auch nur noch die kleinen Schiffe nach

 Port Angeles inWashington. Dabei macht ihm der eigentliche Stadthafen

 Fisherman's Wharf erhebliche Konkurrenz.

Neighbourhoods

15 Neighbourhoods bilden die City of Victoria: Downtown, der älteste Siedlungskern,

Chinatown (dort siedelten sich die ersten Chinesen in der Stadt an, von denen

Chinatown bis heute stark geprägt ist), Victoria West, North Park, Harris Green,

East Burnside-Gorge, Hillside-Quadra, Jubilee, Rockland, Rock Bay, Fairfield, Oaklands, Fernwood und Gonzales, dazu Cook

Street Village und Humboldt Valley. Ortsteile wie Fairfield (zwischen Beacon Hill Park und Oak Bay) haben kleinstädtischen

Charakter mit niedriger, meist viktorianischer Bebauung und Alleen. Der Ort geht auf James Douglas’ Fairfield Farm zurück.

Ähnlich beruht Fernwood, das bis in die 1850er Jahre nur den Verbindungsweg von dem Songhee-Dorf in der Cadboro Bay zum

Fort in Downtown bildete, auf der Hillside FarmFernwood Manor, das der Neighbourhood den Namen gab, entstand 1860.

Oak Bay (‚Eichenbucht‘) mit ähnlichen Eigenheiten geht ebenfalls auf die Songhees zurück. Der Name leitet sich von den

Garry-Eichen ab. Hier residieren zahlreiche vermögende Ruheständler. Bereits im 19. Jahrhundert wehrten sich seine Bewohner

gegen jede Industrialisierung. Ursprünglich hatte die Hudson’s Bay Company hier eine Viehfarm errichtet, die der Versorgung des

Forts diente, die Cadboro Bay Farm.

Zu James Bay gehören mehrere Parks. Von Downtown südostwärts, vorbei am Royal British Columbia Museum, mit Thunderbird

Park und Helmcken House, trifft man auf den bekanntesten, den Beacon Hill Park, der sich auf 75 ha bis an die Küste, also an

die Juan-de-Fuca-Straße, erstreckt, die einen Teil der Salish Sea bildet, die Vancouver Island vom Festland trennt. Der nach einem

kleinen Hügel im Kernbereich benannte Park (dort befand sich als beacon oder Bake, bzw. Leuchtfeuer, ein Fass auf einem Knüppel,

um vor dem Felsen von Brotchie Ledge zu warnen) wurde bereits 1882 eingerichtet, war jedoch schon seit 1858 ein geschütztes

Gebiet. Es war eine Begräbnisstätte der lokalen Indianer, zu deren Ehren Mungo Martin, der auch federführend den Thunderbird

Park gestaltete, 1956 einen 38,8 m hohen Totempfahl errichtete. Dies war die Gegend, von der James Douglas bei seiner ersten

Exploration 1842 so begeistert war: „The place itself appears a perfect ‘Eden’ in the midst of the dreary wilderness of the North …“

(„Der Ort selbst erscheint als perfekter Eden inmitten der trübseligen Wildnis des Nordens …“). Zu dieser Zeit lebten die rund 1.600

Songhees in zwei Dörfern am Esquimalt Harbour und in der Cadboro Bay. Zwar bestanden im Beacon Hill Park keine Siedlungen,

doch kurze Zeit davor stand vor Beacon Hill eine Verteidigungsanlage am Finlayson Point (erbaut um 950), dazu am Holland Point im

Südwesten und am Clover Point im Nordwesten des Parks. James Deans, der als erster Archäologe der Stadt gilt, entdeckte 1871

allein im Parkgebiet 23 Begräbnisstätten (cairns). Die meisten wurden zerstört, doch 1986 wurden vier von ihnen restauriert. Schon

die Indianer spielten im Park einhockeyartiges Ballspiel namens qoqwialls, das mit Eichenstöcken gespielt wurde.

Einer der ältesten Arbeitgeber der Stadt, die Brauerei Vancouver Island Brewery, befindet sich im nördlich von Downtown gelegenen

Rock Bay. Insgesamt macht sich hier die Industrialisierung viel stärker bemerkbar, und erst langsam beginnt die Beseitigung ihrer

negativen Auswirkungen.

27.08.13 Campground Ozeanside/ Vancouver Island BC 255.290 N 48 35 19 W 123 22 25

Am Abend besuchten uns noch Hannes und Tina aus Bremen, die morgen wieder, nach 3 Wochen Kanada, die Heimreise

antreten müssen.

28.08.13 Campground Ozeanside/ Vancouver Island BC 255.290 N 48 35 19 W 123 22 25

Wir fuhren bei Sonnenschein über den Scienic Drive die Ostküste in Richtung Victoria und machten

immer wieder mal Halt am Pacific. Wie wir es auch schon vom Festland her kannten, werden die

großen Mengen Treibholz nicht entfernt. Auf einem Schild konnten wir lesen, dass es zur

Strandbefestigung liegen bleiben muss.

Auf der Airbus road durchqueren wir 2 Parks mit hohen Bäumen und Wander- und Fahrradwege.

Auch Rehwild trafen wir auf der Strasse an, das sich genüsslich an den Stäuchern der üppigen

Villen labte. Herrliche Uferpromenaden an der Willows Beach laden zu Strandspaziergängen ein.

Als wir uns Victoria näherten wurde es kalt und neblig.

Wir streiften noch ein wenig durch die Stadt , ich kaufte einen Antennenverstärker, und dann

traten wir den Heimweg an.

Abends gesellten sich noch Kim und Dany, unsere Zeltnachbarn, zu uns. Ein junges nettes Paar

aus Holland, die 5 Wochen hier, mit Zelt und Leihwagen, unterwegs sind, und am Sonntag

zurückfliegen. Sie vermachen uns noch alle Sachen, die sie hier gekauft haben, Gaskocher

mit Flaschen, Stühle, Tisch und einiges mehr. Wir verleben noch lustige Stunden mit den Beiden.

29.08.13 Campground Ozeanside/ Vancouver Island BC 255.290 N 48 35 19 W 123 22 25

Schon beim Aufwachen prasselte der Regen gegen das Minnadach, das wird kein Tag für

Ausflüge. Wir verbrachten den ganzen Tag am Campgrund. Erst gegen Abend verließen wir den Platz

und sahen uns Sidney an. Dort herrschte Markttag.

30.08.13 Campground Ozeanside/ Vancouver Island BC 255.290 N 48 35 19 W 123 22 25

Wieder mal hieß es Abschied nehmen, wir Packten unsere Sachen, fuhren die Minna auf einen

Parkplatz außerhalb des Campgrounds und machten noch eine Motorradtour. Wir wollten uns

auch mal die Butchart Gardens ansehen, doch der Eintrittspreis von $ 35 pro Person, erschien

uns dann doch zu hoch. 

Hier ein paar Eindrücke davon

 
Moon Bridge in Autumn: Portland Japanese Garden, Portland, Oregon, USA Photographic Print
 
Spring garden Photographic Print
 
A Beautiful Pathway Lined with Trees and Purple Azaleas Photographic Print
Maple Tree in Autumn Photographic Print

 

Anschließend machten wir Halt an einem See, legten uns in die Sonne und betrachteten die Enten bei

ihrer Nahrungssuche.

Dann verlud ich das Motorrad und wir machten uns auf, um Victoria bei Nacht zu erkunden.

Jetzt war alles beleuchtet, wo man Lampen anbringen kann. Alle wichtigen Plätze und Gebäude

strahlen im Lampenlicht. 

Auch am Hafengelände spielen Straßenmusikanten, malen Künstler ihre Bilder und Artisten versuchen

durch ausgefallene Kunststücke ihren Opulus von den Touristen zu bekommen.

Auf den Schiffen stehen einige Eigner mit ihren Familien Rede und Antwort.

Müde und erschöpft fallen wir spät nachts ins Bett. Die Minna ist in unmittelbarer Nähe des

Hafens geparkt.

31.08.13 / Victoria Vancouver Island BC 255.322 N 48 25 25  W 123 22 13

Vor unserer Abfahrt promeniert Amon noch ein wenig und trifft dabei auf Frank und Philip. Auf die beiden

Münchner treffen wir nun schon das 3. Mal, nach Bakersville, wo sie noch zu dritt unterwegs waren und dem

Wells Gray NP.

Sie bringen uns auch auf die Idee, der Westküste bis Port Renfrew zu folgen, eine echte Motorradstrecke

kurvenreich, Berg auf und Berg ab. Und das verstehen Kanadier und Touristen auch zu nutzen. Auf keiner

Strecke bis her trafen wir soviele Motorradfahrer und nicht nur Harleys, sondern auch Racer.

Am Ausgang vom Lake Cowichan bestand die Möglichkeit, sich durch die Schucht auf dem Tube treiben

zu lassen. Wir sind da leider nicht dabei. Wir fuhren zurück und suchten uns einen Grillplatz bei Honeymoon

Bay.

Unser Holz war aber nass und ich brachte kein Feuer zustande, auf das die teueren 500 Gramm Steaks

warteten. Amon brachte es dann mit ihrer Urwalderfahrung zum Brennen, nachdem ich kapituliert habe.

Die Steaks schmeckten hervorragend.

Um den wunderschönen Mesachie Lake führte eine 50 km lange Gravelroad. Immer wieder hatten

wir Blick auf das schöne Seepanorama.

Auch war wieder die Zeit, in der sich Hirsche und Hirschkühe das Abendessen direkt neben der Strasse suchten.

Als es finster war, steuerten wir einen Schlafplatz an.

Es war irgendein häßlicher Lagerplatz. Mitten in der Nacht fuhr ein Auto direkt neben die Minna. Als 

ich durch mein Dachfensterchen hinaussah blendeten mich schon die grellen Polizeilichter. Der

Polizist saß alleine im Auto und sprach mich bei heruntergelassener Scheibe an. Wir wären auf einer

property aerea, das sei verboten. Alle Campgrounds wären voll, versuchte ich mich zu entschuldigen.

Er glaubte mir natürlich nicht und fragte, bei wievielen wir nachgefragt hätten, 2 sagte ich und er meinte,

es wären 7 rund um den See. Wenn er uns nochmal hier antreffen würde, müssten wir verschwinden, aber

wenn wir morgen sehr bald abhauen, würde er ein Auge zudrücken. Versprochen,sagte ich und er fuhr ab. 

01.09.13 / Cowichan Lake Vancouver Island BC 255.607 N 48 52 48  W 124 13 30

Wir hielten unser Versprechen und verließen die häßliche property gegen 8 Uhr morgens zu unserem nächsten

Ziel, Cheminus. Es ist Sonntag, trotzdem war noch nicht viel los in der Stadt mit den herrlichen Wandmalereien.

Wir streunten duch duftende Gartenanlagen.

In Ladysmith ergänzten wir unsere Vorräte, tankten die Minna wahrscheinlich das letzte Mal in Kanada voll

und fuhren an Nanaimo (Amon hätte dort mit Sicherheit den ganzen Tag mit eyeshopping verbracht) vorbei,

ins Alberni Valley. Herrlich gelegen, der Cameron Lake, aber alle Picknikplätze waren zum Bersten voll. Ganz

anders sah es dann am Sproat Lake aus. Fast alleine konnten wir in der Sonne sitzen, oder liegen und später

das Essen zubereiten. Wir waren gerade fertig als uns eine Schlechtwetterfront erreichte. Alles rein ins Auto 

und ab ging es.

 

 

Bei Sonnenuntergang kamen wir am Kennedy Lake an und fanden gleich ei ruhiges Schlafplätzchen.

Als wir noch zum Strand gingen, trafen wir ein irisches Pärchen, mit einem Freund, alle 3 mit den 

Rädern unterwegs, an. Das Paar war Anfang des Jahres nach Guatemala geflogen, dort haben sie

sich ein älteres Womo gekauft und waren dann in Mittelamerika damit unterwegs. Ein Rainbow

Gathering veranlasste sie nach Vancouver zu fliegen. Hier tafen sie auf ihren Freund aus der Heimat.

Sie Kauften sich Fahrräder und sie wollen nach dem Festival damit nach Guatemala aufbrechen. Die 

veranschalgte Zeit wären 4 Monate. Na dann mal los, so schnell werden wir Mittelamerika sicherlich

nicht erreichen.

Sieerklärten uns noch, dass das Festival genau gegenüber von unserem Standpunkt, erreichbar über 

eine Gravelroad um den See, sei und sie luden uns herzlich dazu ein. Den Erklärungen nach müsste diese

Rainbowgruppe ähnlich den Bhagwanis sein, mit denen ich ja 1985 in Korfu, dank meines Schulfreundes

Jupp, zusammenarbeiten konnte. Jupp leitete einen der damals weltweit 7 Bhagwani-Center.

02.09.13 / Lake Kennedy Vancouver Island BC 255.873 N 49 02 51  W 125 30 06

Die ganze Nacht regnete es in Strömen. Ob unsere die 3 Iren wohl die Nacht trocken blieben, in

ihren kleinen Zelten? ich sah mal nach, sie waren trocken und saßen gerade bei ihrer Morgensuppe.

Professionell hatten sie eine Plane über die 2  kleinen Zelte gespannt. Ich konnte mich nur wundern,

wie diese ganzen Utensilien, die hier ausgebreitet am Boden lagen, auf 3 Rädern untergebracht werden

konnten. Wir verabredeten uns noch für heute Abend auf dem Rainbow Gathering, auf der anderen Seite des

Sees.

Auf dem Weg nach Tofino, fragten wir zuerst mal auf einer Tourist Info nach dieser Veranstaltung. Sofort

verzog die Angestellte ihr Gesicht, mit den Worten, darüber könne sie keine Auskunft geben. Auch 4 junge

Leute in einem alten Wohnmobil, sahen uns verwundert an, als wir sie auf das Festival ansprachen. Sie 

meinten diese Leute, wären in Kanada schon mehrfach gekickt worden. Aber diese Aussagen machten uns

noch neugierigen auf den bevorstehenden Abend.

 

Von Tofino waren wir entäuscht, vielleicht machte es der Regen aus, aber es standen zwar viele Wohnmobile

hier, aber wie man so schön sagt "es war die Katz gfreckt" in dem Ort. Im Dunst konnte man gerade noch die

kleinen vorgelagerten Inseln erkennen. Wir fuhren raus zum Strand.

Dort, so haben wir von anderen Reisenden erfahren, kann man herrliche Seesterne in verschiedenen

Farben betrachten. Was wir zu sehen bekamen, war angeschwemmtes Plastik, über den ganzen Strand

verteilt. Ein paar Wellenreiter ließen sich den Spaß vom mäßigen Wetter jedoch nicht vertreiben.

Ganz anders das etwa 40 km entfernte Ucluelet. Die Sonne strahlte inzwischen, als wir die dortige

Felsküste erreichten.

 

Die tosenden Wellen brachen sich an der Steilküste. Auch unsere Laune besserte sich plötzlich.

Während Amon am Hafen im Wohnmobil kochte, besuchte ich das ansässige Aquarium mit den

hier in der Gegend vorkommenden Tieren. Hier konnte ich auch die angepriesenen Seesterne 

betrachten. Wir mir von einem Angestellten berichtet wurde, sind die Tiere nur kurze Zeit in den

Aquarien und werden dann gegen ander ausgetauscht underhalten wieder ihre Freiheit. Besonders

angetan war ich von einem Riesenoktopus. Diese Gattung wird bis zu 6 Meter groß, und das, obwohl

sie nur bis zu 5 Jahre alt werden.

Am Spätnachmittag verließen wir Ucluelet und fuhren die 18 km lange sehr schlechte Gravelroad auf

die andere Seite des Kennedy Lakes zum angesagten Rainbow Gathering. Leider scheint es sich aufgelöst

zu haben. Wir treffen in der Nähe einige Pilzsammler, die ihre heutige Beute, so ca. 10 kg Pfifferlinge, an den

Mann bringen wollen. Dabei ist ein Paar aus Frankreich, mit denen wir uns einwenig unterhalten. Sie haben

ihren ersten Tag als Pilzsucher hinter sich. Im nahen Herbst versuchen sie sich in der Weintraubenernte.

Auf das Festival angesprochen, erklären sie uns, dass es sich dabei um eine spirituelle Glaubensgemeinschaft

handelt, mit weichen Drogen und kein Alkohol. Die Versammlung wäre seit gestern beendet. Wir kamen also

ein bisschen zu spät.

Rainbow Family of living light invites all beings to gather in peace and love. The world family vision council at the

Brazil gathering consensed that the next world rainbow gathering after Guatemala will be held in West Coast

Canada on full moon August 20th 2013.

Bring; loving intentions and helping hands, healthy food, skills and talents to share, musical instruments, camping

gear, tools, large tarps and pots etc...


Family environment! Natural highs-


Alcohol and hard drugs discouraged:)

Rainbow Family Gatherings are made up of a loose international affiliation of individuals who have a common goal 

of trying to achieve peace and love on Earth.

Those who participate sometimes refer to the group simply as the "Family." There are no official leaders or structure,

no official spokespersons, and no formalized membership. Strictly speaking, the only goals are set by each individual,

as no individual can claim to represent all Rainbows in word or deed.

Rainbow Family Gatherings are held in National Forests the first week of July each year. Rainbow Gatherings are

non-commercial and all who wish to attend peacefully are welcome. Traditionally the gatherings take place for a week,

with a primary focus on the Fourth of July in North America, when attendees pray, meditate, or observe silence in a group

effort to focus on World Peace. Thus, the name Rainbow Family of Living Light (one large group) is a reflection of both the

emphasis on welcoming people of all races, religions, ethnicity, and social status, as well as a spiritual focus towards peace.

Those who 
attend Rainbow Gatherings come from all walks of life, and work together for a variety of goals, among which

intentional communities, ecology, spirituality, and an expanded tolerance for others are traditional themes.

Those who attend refer to one another as Rainbows, or often as Brothers or Sisters reinforcing the emphasis upon a belief

that all people are not only related as part of the human community, but are just as important as members of one's own

nuclear family, and given the respect implied in such relationships. Group Councils are the only form of government, and

attendance is open to all interested parties, with decisions being reached through consensus. Money is not exchanged,

and instead there is a bartering system for all needs, although a magic hat is passed around for necessities, such as 

additional food, that benefit all who attend.

Bhagwan-Anhänger Rote Socken

Sie träumten vom Sinn und der Liebe. Und bevölkerten die Gesellschaft. Am Ende fanden sie Terror. Gibt es sie noch, 

die Bhagwan-Anhänger? Eine Suche.

 

Es könnte eine Privatbank sein, von denen gibt es einige im vornehmen London-Mayfair. Das Messingschild mit der

Aufschrift „Osho International“ zumindest deutet auf diskreten Reichtum hin, ebenso die kühle Ästhetik im ersten Stock

– geweißelte Wände, minimalistisches Mobiliar. Tatsächlich wird hier viel Geld verdient, wie in den Banken vor der Krise,

doch ist das Geschäftsgeheimnis von Osho International ein anderes. Es geht um die Sehnsucht nach einem besseren

Leben – und diese Sehnsucht ist krisensicher und immerdar. Bei Osho International lagern in hohen Regalen Bücher mit 

Titeln wie „Mut: Lebe wild und gefährlich“, sie erscheinen in 58 Sprachen und erreichen Auflagen in sechsstelliger Höhe.

Der Autor der Bestseller heißt Osho, er ist der Konsensguru in der Welt der verkäuflichen Spiritualität.

Was viele nicht wissen, die seine Bücher lesen: Osho, 1990 gestorben, hieß einmal Bhagwan Shree Rajneesh und wurde

als umstrittener Sektenführer weltberühmt. Im indischen Poona gründete er in den Siebzigern eine Stätte der freien Liebe

und totalen Therapie, Zehntausende, darunter viele Deutsche, pilgerten dorthin, so auch der Philosoph Peter Sloterdijk und

der Reporter Jörg Andrees Elten. Um den Hals trugen die Bhagwan-Jünger, Sannyasins genannt, die Mala – eine Kette mit 

dem Bild ihres Meisters. Dass sie sich ausschließlich in Orange oder Rot kleideten, den Farben des Sonnenaufgangs, war 

ein Zeichen, wollten sie doch in Poona, frei von westlichem Leistungsdenken und verkrusteten Strukturen, den Neuen

Menschen erschaffen. Gerade Frauen fanden in Poona zu einer Freiheit, die sie sonst nicht hatten, sie lebten ihre

Sexualität

aus und übernahmen wichtige Posten in der Sekte. Doch wie in einem Kino, wo die Spule vertauscht wird, geriet der 

Selbsterfahrungstrip zum Horrorfilm: In den Achtzigern siedelte Bhagwan auf eine Ranch in Oregon über. Unter Leitung 

seiner Sekretärin Sheela mutierte sie zum faschistoiden Arbeitslager und wurde am Ende gar zum Ausgangspunkt für eine

versuchte Massenvergiftung.

Der Mensch müsse die Vergangenheit hinter sich lassen und ganz im Hier und Jetzt leben, hat Bhagwan gesagt und sich 

kurz vor seinem Tod in Osho umbenannt. In London arbeiten die Mitarbeiter von Osho International gerade daran, den

Namen Bhagwan, mit dem sich so eine bewegte Geschichte verbindet, von den Tonbändern mit Reden des Gurus zu

löschen. Was aber bleibt dann noch von Bhagwan? Früher waren die rot gekleideten Menschen auf Parties oft in der

Überzahl, in vielen Städten betrieben sie Restaurants und Diskotheken. Heute muss man die früheren Sannyasins

suchen und dazu begeben wir uns auf eine Reise nach London, Köln und in die Schweiz. Wir treffen einen Mann, der

als Kind in der Sekte aufwuchs und daran lange litt, außerdem den ehemaligen Leiter der größten Bhagwan-Kommune

Deutschlands, und Sheela, die angebliche Giftmischerin und Schuldtragende am Niedergang. Was die drei trotz ihrer

unterschiedlichen Rollen eint: Aus ihrem Lebenlässt sich Bhagwan nicht so leicht löschen wie zwei Silben von einer

Tonbandspur. Mit einem Tonband hat alles angefangen, sagt Tim Guest. Er sitzt in einem Straßencafé in London,

zu Osho International ist es nicht weit, doch hingehen würde er nicht. „Ich bin durch mit Bhagwan, Osho oder wie

immer man ihn nennt“, sagt Guest und zündet sich eine Zigarette an. Es ist die erste von vielen, die der 34-Jährige an

diesem Morgen zwischen seinen schmalen Fingern halten wird, während er von seiner Kindheit im Zeichen Bhagwans

erzählt. 1979, Guest war knapp vier, hörte seine Mutter Anne Geraghty eine Kassette mit Bhagwans Reden, danach

weinte sie vier Nächte, und als die Tränen versiegt waren, teilte sie dem Sohn mit, sie heiße nun Ma Prem Vismaya,

und ging mit ihm nach Poona. Dort hatte Bhagwan sechs Jahre zuvor ein Meditationszentrum gegründet.

Als Tim Guest ankam, gehörten zu dem Ashram bereits Sauna, Keramikstudio und PR-Büro. Der ganze indische

Subkontinent war für westliche Sinnsucher damals ein spiritueller Basar und Bhagwan, ein ehemaliger

Philosophieprofessor, ihr beliebtester Guru. Wo sonst gab es einen spirituellen Meister, der Sex predigte und Sartre

zitierte? Gerade für enttäuschte K-Gruppen-Mitglieder, zerrieben von den Grabenkämpfen im linken Lager, wurde

Poona zur Heimat. Die Politik hatten sie nicht neu erfinden können, nun wollten sie wenigstens sich selbst erneuern,

und das mit der gleichen Radikalität, mit der sie vorher den politischen Verhältnissen zu Leibe gerückt waren. Die

Therapien in Poona, vier Stunden Zugfahrt von Bombay, dem heutigen Mumbai, entfernt, glichen einem emotionalen

Schleudergang in der Waschmaschine. Manche Räume hatten gepolsterte Wände, denn Aggression war nicht tabu,

Sannyasins liefen mit verheulten Gesichtern herum, um den Hals ein Schild mit der Aufschrift „Isolation“, und der

Therapeut Teertha wies Gruppenteilnehmer, die sich umständlich erklärten, zurecht: „Papperlapapp, was du wirklich

willst, ist bumsen.“ Zum Sex solle man gehen wie in einen Tempel, hatte Bhagwan gesagt – und war damit die

Antwort für alle auf der Suche nach einer sündenfreien Religion.

So auch für Anne Geraghty. Als sie sich mit Anfang 20 scheiden ließ, verstießen die streng katholischen Eltern sie.

„Bei Bhagwan fand sie ein neues Ventil für ihre religiöse Leidenschaft“, sagt Guest. Und er? Guest erzählt, wie er

in Poona stundenlang Affen hinterherjagte, unbehelligt von Erwachsenen. Doch manchmal ist Freiheit nur ein

Synonym für Sehnsucht und Einsamkeit: Als Junge hatte Guest ein steinhartes Brot neben seinem Bett, selbst

gebacken und innen ausgehöhlt, um Legomännchen drin zu verstecken, denn besitzen durfte niemand etwas.

Geschwister bekam Guest nicht, seine Mutter ließ sich sterilisieren, Kinder, sagte der Guru, störten die Erleuchtung.

Jetzt, an diesem Morgen in London stört das Telefon, es geht um einen Meditationstermin, Guest zieht eine weitere

Zigarette aus dem roten Hemd. Ob da doch eine Prägung geblieben ist? Wenn überhaupt, sagt er, der Wunsch

dagegen anzuleben. Er habe einen festen Wohnsitz und sei auch verheiratet. „Zu bleiben, das musste ich erst

lernen.“ Poona war nur die erste Station seiner spirituellen Reise: 1984 flog er mit seiner Mutter nach Oregon.

Dort, in einem Tal, das als Kulisse für John-Wayne-Filme genutzt worden war, hatte Bhagwans Sekretärin Sheela

Silverman die Big Muddy Ranch gekauft. Sie solle, erklärte Sheela, das achte Weltwunder werden, und so

schufteten die Jünger für die Erfüllung dieser Variante des amerikanischen Traums. Binnen kurzem hatten sie

Eisdiele, Post und Landeplatz für die Air-Rajneesh-Flugzeuge errichtet, an deren Bord Muffins in Pappschachteln

mit einem lachenden Bhagwan drauf serviert wurden.

Was die Sannyasins ins konservative Oregon trieb, wo die Einheimischen sie anfeindeten, darüber gibt es nur

Spekulationen. Offiziell war Bhagwan für eine Bandscheibenbehandlung eingereist. Tatsächlich, sagen viele,

habe die kontrollwütige Sheela den Guru isolieren wollen, und dafür kam ihr Amerika, das Land, in dem sie

studiert hatte, gerade recht. In jedem Fall trieb Oregon die Abkapselung der Sekte voran, die Anfeindungen

von außen setzten Paranoia im Inneren in Gang. Wie ein Pendel, das in die andere Richtung schwingt, wurde

aus einem Experiment der Freiheit ein totalitäres System.

12 Stunden am Tag arbeiteten die Jünger auf der Ranch, selbst in der Mittagspause wurden sie zur richtigen

Einstellung gemahnt. „Je mehr du in die Arbeit verwickelt wirst, desto mehr gehst du in mir auf“, wurde Bhagwan

auf einem Zettel in der Kantine zitiert. Tim Guest sah seine Mutter kaum noch. Morgens stand sie um sechs Uhr

auf und stand dann bis sieben Uhr abends an der Spüle und schrubbte die großen Pfannen, in denen das

Kantinenessen zubereitet wurde. Einzige Unterbrechung war die Mittagspause, in der Bhagwan, der in eine

Schweigephase eingetreten war, in einem seiner mehr als 90 Rolls Royces über die Ranch fuhr, die nun

Rajneeshpuram hieß. Seine Jünger warfen Blumen, danach wurden sie von der Peace Force, der mit Revolvern

ausgestatteten Privatpolizei, zurück zur Arbeit getrieben.

Bhagwan, der in Poona schlichte weiße Gewänder getragen hatte, sah mit seinen glitzernden Roben immer

mehr wie ein Weihnachtsbaum aus, Sheela schmückte sich mit Titeln. Bodhisattva Ma Anand Sheela, M.M.,

D.Phil.M., D.Litt. stand in ihrem Briefkopf, und in dem Raum, in dem sie Besucher empfing, hing eine Karte

mit Stecknadeln – sie zeigten die Bhagwan-Center auf der ganzen Welt an.

In dieses Zimmer wurde auch Anne Geraghty gerufen, nachdem sie bei der Arbeit in Tränen ausgebrochen war.

Sie stecke in ihrem Ego fest, sagte Sheela. Damit sie lerne, ein guter Sannyasin zu sein, müsse sie in die

Kölner Kommune. „Dort“, sagt Guest, „in einer Wohnung mit 20 Kindern, die ich nicht verstand, bin ich ganz

verstummt.“ Er fand einen Platz hinter 50 Matratzen, wenn er sich da durchquetschte, konnte er

allein sein und lesen. Seine Mutter war oft zwangsweise allein, Ramateertha, der Kommunenleiter, sagt

Guest, habe ihr verboten, mit den anderen Engländern zu essen – vielleicht weil Sheela ihm aufgetragen

hatte, die Neue zu disziplinieren. „Köln war die Deponie für alle Rebellen“, sagt Guest. Er erinnert sich noch

an Ramateerthas langen Bart. „Es gab da diese Sannyasin-Regel: Je länger der Bart, desto wichtiger der

Mann.“ In seinem Nacken kräuseln sich die Haare, zur Fußballermatte fehlt nur wenig, der Bart aber ist ab.

Ramateertha sitzt in der Venloer Straße in Köln-Ehrenfeld, ein paar Ecken weiter bietet ein Reisebüro Reisen

nach Thailand an, hier im Osho UTA Institut reist man zu sich selbst: Die Begegnung mit dem inneren Kind

gibt es für 70 Euro, das Fünfer-Paket Innerer-Mann-Innere-Frau für 320 Euro, und auf der Terrasse tauschen

Seminarteilnehmer in der Pause innige Umarmungen.

Schwer vorzustellen, dass sich hier einst ein kleiner Junge hinter Matratzen verschanzte. Auch von

Ramateertha – mit bürgerlichem Namen Robert Doetsch – hört man zunächst nichts Beängstigendes,

im Gegenteil. Als er erzählt, wie er die Kommune gründete, zu der dieses Haus gehörte, wechselt er von

einem Stuhl auf den anderen, so als lasse ihn die alte Begeisterung nicht still sitzen. 1976 war er nach Poona

gefahren, „es hatte Gerüchte gegeben, dass Bhagwan sterben würde, und ich dachte: Shit, angucken musst

du dir ihn schon, und als ich ihn sah, dachte ich nur noch: Was für ein Mann.“ Nach sechs Wochen schickte

Bhagwan ihn mit dem Auftrag, ein Center zu eröffnen, nach Köln zurück. Aus zwei Wohnungen wurden 30,

an die 400 Sannyasins zogen ein, „überall auf den Straßen sah man nur rot gekleidete Menschen“,

sagt Ramateertha. Heute ist lediglich der Teppich in seinem Büro rot, und in Ramateerthas Stimme hängt

ein Staunen, wenn er von früher spricht. Sie hätten ein „Caring“ gehabt, eine Fürsorglichkeit, so habe jeder,

der nachts von der Arbeit aus der Bhagwan-Disko kam, noch ein Ei gebraten bekommen.

Glaubt man Kritikern, sollten die Kommunen – 1984 gab es weltweit etwa 280 – vor allem den immer

aufwendigeren Lebensstil des Gurus finanzieren. Tatsächlich waren sie kapitalistische Musterbetriebe,

Köln vorneweg: Hier betrieben Sannyasins ein Möbelgeschäft, eine Weinhandlung und zwei Diskos.

Dass die Atmosphäre irgendwann kippte, gibt Ramateertha zu. Eines Nachts, seine Schicht in der Disko

war vorbei, fand er die Tür zur Küche verschlossen vor – kein Ei mehr, eine Anweisung Sheelas, über die

er sich noch heute empört: „Das war doch Teil des Carings!“ Immer mehr habe Sheela sich eingemischt,

Geld gefordert und gleichgeschaltet. Als angepasst will Ramateertha die Kommune trotzdem nicht gelten

lassen. „Wir haben gekämpft“, sagt er. Wie verschwindend klein die Siege waren, zeigt die einzige

Erfolgsgeschichte, die er erzählt: Immerhin, sagt Ramateertha, habe es in Köln bis zuletzt Brötchen

zum Frühstück gegeben. Überall sonst habe Sheela sie aus Kostengründen durch Brot ersetzt.

Selbst in die Hand nahmen die Kölner Jünger ihr Geschick erst 1986, als Bhagwan festgenommen worden

war. In einem nie zuvor da gewesenen Akt der Demokratie stimmten sie über die Zukunft der Kommune

ab und beschlossen ihre Auflösung. Danach, es war Weiberfastnacht, gingen sie zusammen Karneval feiern.

Die Gemeinschaft wirkt bis heute fort - das Osho UTA Institut gehört zum Lotus Verein, Vorstand ist

Ramateertha, das im selben Haus gelegene Restaurant Osho''s Place wird von einer ehemaligen Jüngerin

betrieben, drei Arztpraxen in der Nähe gehören auch Sannyasins. Wie es in den Achtzigern so weit kommen

konnte, dafür hat Ramateertha eine Erklärung, die Bhagwan entlastet. Nie, sagt er, habe er verstanden,

wie das mit den Nazis passieren konnte – bis sein Meister es ihm zeigte. Nichts anderes als „ein

gigantisches Lehrstück“ über die Entstehung faschistoider Strukturen habe der Guru, der nach der

Eskalation in Oregon zu mehr Eigenverantwortung aufrief und die rote Kleidung abschaffte, im Sinn gehabt.

Und dafür war die machthungrige Sheela sein Instrument: „Wir alle waren Sheela. Wir alle waren Hitler.

Wir alle haben den gleichen Despoten in uns.“

Draußen falten sich Wiesen auf und nieder, eingesprengselt zwischen Berg und Tal weiden Ziegen, drinnen

läuft eine alte Frau mit rosa Stofftier klagend umher. „Komm her, wenn du kuscheln willst“, sagt Sheela

zu ihr und öffnet die Arme. Seit 1990 leitet Sheela in der Schweizer Idylle nahe Basel ein Wohnheim für

Menschen wie die Frau, die sich nun an sie klammert. Wer hier wohnt, ist alt oder psychisch krank,

Sheela lebt mitten unter ihnen, selbst nachts steht die Tür zu ihrem Zimmer offen. Neulich war sie mit den

Bewohnern in Ägypten, und all diese Menschen, die selbstmordgefährdet sind, einen Katheter tragen,

Rundumbetreuung brauchen, lagen in der Sonne wie andere Touristen. „Liebe ist die Basis

meiner Arbeit“, sagt Sheela, diese Auskunft muss vorerst reichen. Wenn die Patienten schlafen, ist Zeit

für mehr, vielleicht auch für Fragen nach dem Ende in Oregon und der Rolle, die Sheela dabei spielte.

„Schlimmer als Watergate“, titelte die sekteneigene Zeitung damals. 1984 wurden nahe der Ranch 751

Menschen mit Salmonellen vergiftet. Aufgeklärt wurde der Vorfall ein Jahr später durch Bhagwan selbst:

Er bezichtigte Sheela, ihn abgehört und 55 Millionen Dollar entwendet zu haben, außerdem einen

Mordanschlag auf einen Richter verübt zu haben und für die Salmonellenvergiftung verantwortlich zu

sein – offenbar ein Probedurchlauf, weil Sheela plante, die Sannyasin-feindlichen Bürger Oregons bei

den anstehenden Wahlen außer Gefecht zu setzen. In einem fulminanten Showdown stürmten

Polizisten die Ranch, in Aschenbechern, Telefonen und in Bhagwans Zimmer fanden sie Wanzen

und unter Sheelas Haus einen Raum mit Salmonellenkulturen.

Bei der Festnahme bekannte Sheela sich schuldig und bekam allein für den Mordversuch 20 Jahre,

wurde aber zur Überraschung vieler wegen guter Führung nach knapp zweieinhalb Jahren entlassen.

Bhagwan musste – unter anderem für seine angeblich aus medizinischen Gründen erfolgte Einreise

– 400000 Dollar zahlen und Amerika verlassen. Er kehrte nach Poona zurück, viele Jünger folgten ihm.

Sheela wurde zum Feindbild, und ein lokaler Radiosender produzierte ein Lied mit dem Titel: „Shut up,

Sheela“.

An diesem Abend in der Schweiz wünscht man sich, Sheela würde reden, doch sie, bei der die Fäden

zusammenlaufen, weigert sich, das Knäuel an Fragen zu entwirren. Sie sei nur der Sündenbock für

Bhagwans wachsende Gier gewesen, sagt sie, ansonsten sitzt sie im Schneidersitz auf dem Sofa und

schweigt unwillig, und als die Fragen nicht enden, greift sie nach der Fliegenklatsche. „Meine Wahrheit ist,

dass ich unschuldig bin“, sagt sie, haut dicht neben dem Kopf der Besucherin gegen die Wand und klaubt

befriedigt eine tote Fliege vom Sofa. „Otherwise there is no Ruhe tonight.“

Die Vergangenheit muss also auch ruhen, erst später wird sie wieder lebendig im Gespräch, in einem

anderen Zusammenhang, der es Sheela womöglich leichter macht sich zu äußern. Es geht um Cora, ihre

Hündin, sie liegt auf einem Laken vor dem Bett, Sheela hockt neben ihr – ein Bild des Friedens, dem Sheela

besonderen Wert beimisst aufgrund Coras Vorlebens. Früher habe sie sich hinterrücks an Menschen

herangeschlichen, nach ihnen geschnappt und dann unschuldig getan. Jetzt lässt sie sich von Sheela

liebkosen. „Wie gut sie geworden ist. Das hätte niemand geglaubt.“

Auf einem Sannyasin-Newsletter aus den Achtzigern ist ein Brettspiel abgebildet. „Baum für Bhagwan

gepflanzt: 60 Felder nach vorn“, steht da und „Eigenes Ding gemacht: Einmal aussetzen“. Wieso waren

Menschen, die eigentlich ausbrechen wollten, bereit sich dermaßen unterzuordnen? „Jedes Zeitalter hat

die Sekte, die es verdient“, sagt Gunther Klosinski, Psychiater und Verfasser des Buchs „Warum Bhagwan?“.

Heute seien die Menschen Narzissten, dazu passend verspreche Scientology, dass jeder ein Einstein werden

könne. „Damals im Kalten Krieg gab es das Bedürfnis nach einer weltumspannenden Gemeinschaft.“ Die

Therapien taten ihr Übriges, die Jünger zu binden. Sich Bhagwan anzuschließen hieß die eigenen Grenzen

überschreiten – man hatte Sex mit Fremden, prügelte sich, brach heulend zusammen. „Bildlich gesprochen

schnitt man den Jüngern die Bäuche auf“, sagt Klosinski. „Doch hat man sie nicht wieder zugenäht.“

Während viele Menschen heute noch an den Folgen tragen, übt man sich andernorts im Vergessen. Die Big

Muddy Ranch gehört einer christlichen Jugendorganisation, im Meditationshaus stehen nun Kletterwände,

über die Vergangenheit der Ranch spreche er nicht gern, sagt der Manager. Der Ashram in Poona heißt

Resort und hat Swimmingpool und Tennisplatz wie ein gutes Hotel. Und in London hat Osho International

gerade einen neuen Vertrag über ein Osho-Buch geschlossen. Es handelt vom Umgang mit Krisen.

Nach der Recherche, im August 2009 starb Tim Guest überraschend an einem Herzinfarkt.

Nachdem ich später im Internet nachsah, ärgert mich das schon, diese Leute hätten mich schon interessiert, 

vielleicht hätte ich ja aus Hippie- und Bhagwani Zeiten Leute wiedergetroffen.

Wir machten uns auf den Weg nach Port Alberni.

Den Bären hätte ich fast angefahren, es war wieder die Zeit um 20 Uhr, da hatten wir immer am meisten

Glück , einen Bären zu sehen. Der hier war uns näher gekommen, als er und ich das eigentlich wollten, es

war der erste Bär auf Vancouver Island.

 

03.09.13 / Port Alberni Vancouver Island BC 256.106 N 49 15 50  W 124 47 37

Von hier aus erstreckt sich ein 50km langer Fjord bis an die Westküste. Am sonst regem Hafen,

rührte sich noch nicht viel, als wir ihn gegen 10 Uhr besuchten. Die Lachssaison nähert sich anscheinend

doch schon seinem Ende zu. Der Himmel war bedeckt,als wir nach einem Rundgang die Stadt in Richtung

Cathedral Grove Provincial Park verließen.

Hier machten wir einen kleinen Rundgang und waren beeindruckt von den bis zu 800 Jahre alten,

mächtigen Bäumen.

Der Weg fürte uns weiter zu den Qualicum Wasserfällen. Soviel wie heute waren wir auf unserer ganzen

Reise noch nicht gelaufen. Die gute Luft und das angenehme Klima waren für meine Raucherlunge eine

Wohltat. 

Amon versuchte ihr Glück immer wieder mit der Pfifferlingsuche, erfolglos. Ich glaube, die werden von den

Rehen und dem Kleinwild gefressen.

Ein Vorgeschmack auf Südamerika, die hier gezüchteten Lamas.

Qualicum Beach war erreicht, wir suchten uns ein ruhiges Plätzchen zum Kochen.

Qualicum ist sehr vom Tourismus geprägt, nur mit dem Saubermachen des Strandes, das liegt so

nicht in der Mendalität der Kanadier, das ändert sich gewaltig, als wir die Stadt in Richtung Norden verlassen.

Dort wo sich die Golfer wohlfühlen, wird auch der Strand gepflegt.

Dunkel war es schon, als wir Comox, unser letztes Ziel auf Vancouver Island erreichten.

Comox ist im Winter ein Skiparadies. 

04.09.13 / Comox Vancouver Island BC 256.275 N 49 40 04  W 124 58 45

Nach einer ruhigen Nacht auf dem Walmartparkplatz ging es um 9 Uhr zur Fähre. Das war Vancouver

Island. Vom Schiff aus konnten wir nochmal zurückblicken auf die schöne Insel, die sich mit schnee-

und eisbedeckten Gipfeln von uns verabschiedete. Den Nordteil werden wir bei unserem nächsten

Besuch erkunden.

Auf der Überfahrt kam ich mit einem Hamburger Paar ins Gespräch, die auch auf Weltreise, allerdings

mit dem Flugzeug unterwegs sind. Ihhre nächste Station ist Alaska und dann Japan. Und da er längere 

Zeit beruflich in Japan weilte, gab er mir den Tip, wenn wir Japan erreichen, sollten wir unseren Trip mit

der Bahn fortsetzen, die für Ausländer für 3 Wochen keinen Cent kosten würde. Na mal sehen, wann das

der Fall sein wird. Nachdem ich ja von der Fährverbindung Seattle/Wladivostok erfahren habe und wir offen

in der Gestaltung unserer Tour sind, kann dass schneller als erwartet sein. 

Angekommen an der Sunshine Coast suchen wir zuerst einen Campground, an dem wir 4 Tage verweilen

wollen. Von Lund, an der Nordspitze waren wir nicht so angetan, dafür haben wir uns, 20 km südlich von Powell

River, am Garnet Campingground sofort wohl gefühlt. Wir haben wunderschönen Ausblick auf den Pazific und 

einer vorgelagerten Insel. Hier, wie uns die Besitzerin mitteilte, können wir Wale und Delphine beobachten.

Entspannen ist angesagt.

05.09.13bis 08.09.13 / Camp Ground Garnet Rock  Powell River BC 256.364 N 49 47 16  W 124 27 35

Hier auf dem herrlichen Campground, direkt auf euner Stufe über dem Pazific, mit Blick auf die

gegenüberliegende Insel, ist Relaxing angesagt. Wir fahren kleine Touren mit dem Motorrad und

liegen oft unten am Strand. Ich lasse auch endlich Jokebautenzug einbauen, der alte hat inzwischen

seinen Geist aufgegeben und ist gerissen. Die Reperatur kostete hier $  25, in Calgary, wo ich den 

Zug gekauft habe, wollten sie $ 150.

09.09.13 bis 16.09.13

 

Wir stehen an Bord der Norwegian Sun ordendentlich in Reih und Glied, bei der Zollabfertigung. Es geht

flüssig voran, bis wir beim betreffenden Beamten stehen, der uns auffordert, das Asta Formular auszufüllen.

Wir bekommen Hilfestellung von 2 netten älteren Damen und es ging ganz gut, bis wir zur Rubrik, Geburtsland

von Amon, kommen. Auf dem vorliegenden Formular gibt es weder Elfenbeinküste, Cote`Ìvoire, noch Ivorycoast.

Das Land existiert für die Amerikaner einfach nicht. Haben sie dort vielleicht noch nie einen Krieg geführt?

Nach langem Hin und Her und Rückfrage des zuständigen Beamten, werden wir aufgefordert, Deutschland

anzukreuzen. Wir sollen aber bei den weiteren Einreisen in die USA das immer so zu handhaben, da es jetzt

einmal computermäßig erfasst ist. Es könnte schwierig für uns werden, wenn wir an anderer Stelle die

Wahrheit, eben Ivory Coast angeben. Na gut, hoffentlich vergessen wir das nicht.

Fürs erste sind wir jedenfalls um 10 Uhr an Bord. Es ist schon überwältigend für uns, da wir ja noch nie auf so

einem großen Schiff waren. Wie wir dann erfahren handelt es sich hier noch um ein relativ kleines Schiff, mit

nur 2000 Passagieren. Die größeren haben doppelt oder sogar 3x soviele Leute an Bord.

Nachdem wir unsere Kabine 8105 im 8. Stock bezogen haben, sehen wir uns gleich mal ein bisschen um und fahren

dazu in den 11, bzw 12 Stock. Wir kamen als eine der letzten Passagiere und so ist es schon voll dort oben, weil die

anderen anscheinend genauso neugierig sind wie wir. Überall wird gegessen und der eine oder andere kippt schon mal

ein Glas Bier oder Whiskey in sich hinein.

Ich bin müde und leg mich für ein paar mInuten ins Bett. Als ich nach 3 oder 4 Stunden aufwache und gleich nach oben

gehe, erlebe ich einen herrlichen Sonnenuntergang über Vancouver Island. Das Ablegemanöver hab ich schier

verschlafen.

Alle Leute sind freundlich, sie kommen überwiegend aus Kanada und den USA, an 3. Stelle mache ich Japaner und

Chinesen aus. Es gibt wirklich 24 Stunden lang irgendwo was zu essen und zu trinken.

Alles was wir an Bord erleben ist besser, als wir es gedacht haben. Auf dem Schiff sind ganz normale Urlauber, mit vielen

kommen wir ins Gespräch, unter andern mit Norman und Dr. Phil aus der Nähe von Vancouver, die ich am Black Jack Tisch,

kennenlerne. Beide gewinnen, Norman in dieser Nacht sogar § 1900, ich spiele mit kleineren Einsätzen und gewinne auch

$100. Das bleibt leider nicht so, die Nacht darauf verliere ich 20 $ und in der 3.Nacht sogar fast $ 200. Danach hab ich

das Kasino nur noch besucht und mich nach dem Wohl von Norman und Dr. Phil erkundet. Auch bei den beiden riß die

Glückssträhne dann ab. Wir trafen uns noch öfter am Pool zu einem Plausch.

Zum kostenlosen Essen standen 2 Restaurants und das Büffet zur Verfügung. Dort lernten wir Karin und Klaus

(Allianzdirektor), aus der nördlichen Umgebung Frankfurts, kennen. Beide sind erfahrene Kreuzfahrer, hier das erste Mal

ohne ihre Kinder unterwegs. Beide möchten nicht so eine Reise wie wir unternehmen. Sie fühlen sich wohler auf

Kreuzschiffen und in gebuchten Hotels. Leider kein Bild von den Beiden, sollten sie den Bericht lesen, bitte ein Foto von

Euch per email, damit ich es hier einfügen kann.

Amon wollte sich täglich die angefressenen Pfunde im Fitnessraum und im Bassin abtrainieren, leider vergeblich, am Ende

unseres Ausfluges, beschwerte sie sich trotzdem, dass ihre Hosen, Röcke und Kleider inzwischen zu eng sitzen.

Einige Stunden verbrachten wir mit Catherine und Roland. Catherine ist vor 3 Jahren von Shanghei nach Toronto

ausgewandert.

Sie fand sich vom ersten Augenblick sehr gut zurecht und lebt jetzt in einem großen Haus in Westvancouver, direkt am

Pazific. Sie hat uns spontan zu sich nach Hause eingeladen, mal sehen ob es klappt. Roland, aus dem Schwarzwald,

hat die Leiter, wie man so sagt, vom Tellerwäscher zum Millionär, erklommen. Mit 17, 1965, ist er spontan nach

Kanada ausgewandert. Er warin seiner Anfangszeit in einem Sägewerk und dann auf einem Küstenkontrollschiff,

in Prince George und Prince Ruppert, tätig und musste der enlischen Sprache mächtig werden. Dann kam er auf

Umwegen nach Vancouver, holte seinen Bruder aus Deutschland und begann, eine Getränkekette aufzubauen.

Er ist immer noch tätig und brauchte 40 Jahre um einzusehen, dass ein BMW gegenüber einem Cadilac, seine

Vorteile bietet.

 

Nach den ersten 2 Tagen, auf See, legten in Ketchikan an. Eine Stadt am Festland, aber nur per Schiff oder Flugzeug

zu erreichen. Da wir diesen Ort noch nicht bereist hatten, verbrachten wir dort einen Nachmittag.

Die Stadt ähnelt sehr Skagway, touristisch voll erschlossen und sehnsüchtig nach Kreuzfahrtschiffen, die den

Einwohnern für 3-4 Monate die Kohle bringen.

Hier waren wir nicht das einzige Kreuzfahrtschiff, es waren 2 oder 3, also für einen Nachmittag ca.

6000 Besucher.

Die Stadt hat ihren Ruf, die meisten Totempfähle zu haben.

Weiter lebt die Stadt von den Lachsen. Als wir vor 8 Wochen den Anfang der Lachswanderung beobachten konnten,

mussten wir hier das schreckliche Ende betrachten. Abertausende von toten Lachsen wurden durch die Stömung

ins Meer getrieben, nachdem sie abgelaicht und anschließend gestorben sind. Das ist der Weg, den die Natur für

die Lachse vorgegeben hat.

Zwischen den vielen toten Fischen immer noch auch welche, die auf dem Weg nach oben sind und denen das

Schicksal noch bevorsteht.

X



Gegen Abend legten wir dann wieder ab, um rechtzeitig am nächsten Morgen, Juneau, die Hauptstadt

Alaskas zu erreichen. Ein bisschen größer noch als Ketchikan, aber ansonsten der gleich Trubel. Auch

hier waren noch 2 weitere Kreuzfahrtschiffe vor Anker.

Man merkt daran, dass man wieder in Amerika ist, selbst bei so wenig Verkehr beschäftigen die 2 Leute,

pro Zebrastreifen, die die Straße auf beiden Seiten absperren, damit die anscheinend komplett dummen

Passanten gesund auf der anderen Straßenseite ankommen. Für wie blöd hält man uns hier eigentlich,

frage ich mich immer wieder.

Natürlich kommen wir nicht an allen Kneipen vorbei. Sie laden herzlich ein zu einem Bierchen.

Pünktlich um 17 Uhr 30 legen wir wieder ab in Richtung Skagway.

Die meiste Zeit verbrachten wir mit Moni und Robert aus Lambertsheim. Kreuzfahrt erfahren, konnten sie

uns den einen oder anderen Tipp geben. Moni ist ein sehr änstlicher Typ. Es kostet sie schon große

Überwindung, den langen Flug anzutreten. Trotzdem schafft sie es immer wieder, in den saueren Apfel

zu beissen. Sie haben beide schon Kreuzfahrten in der Karibik und im Mittelmeer hinter sich. Im Mittelmeer

hatten sie auf dem Weg nach Rom Windstärke 9 und meterhohe Wellen. Sie wird ganz blass, als sie davon

erzählt. Die Kurzausflüge in die Türkei, wo sie sich alljährlich auf die Tennissaison vorbereiten, sind flugtechnisch

dann schon besser zu überstehen, weil eben nach 3 Stunden alles vorbei ist. Ein Tipp für dich Moni, der mir heute

eingefallen ist, lass dir von Robert, nächstes Jahr zu Deinem Geburtstag im Juli, einen Ausflug nach Mittelfranken

spendieren. Da könnt ihr einiges miteinander verbinden: Nürnberg und Lauf mit Umgebung, und uns, besuchen,

wir sind ja zu der Zeit allerhöchstwahrscheinlich auch im Lande. Und wenn ihr da seid, ich kenne einen ausgezeichneten

Ultralightfluglehrer, Robert Artmann, ein Freund von mir. Er hat das Talent, ängstlichen Personen, in einem halbstündigen

Flug, die Fluganst zu nehmen. Er ist bekannt dafür und würde damit nicht zum ersten Mal Erfolg haben. Du hast ja noch

ein bisschen Zeit es dir zu überlegen.

Robert, ihr Mann, war Prokurist in einer Spedition und ist jetzt im 2. Teil der Altersteilzeit. Also er bekommt nur noch sein

Geld überwiesen. Was nicht heißen soll, er wäre nicht mehr aktiv. So ist er politisch in Lampertsheim tätig (SPD), spielt, wie

seine Frau viel Tennis, kümmert sich noch um einige Vereine, sammelt edle Schnäpse, und letztlich gehen beide auf,

wenn sie stolz von ihrem 11-jährigen Enkelsohn berichten.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen.

Es brach ein neuer Tag an und wir erreichten Skagway. Skagway, die 2., den Ort kannten wir ja schon.

Es war trotzdem interessant, hier noch einmal herumzulaufen. Natürlich trank ich ein Bier im " Red Onions".

Nichts war mehr zu sehen von den Lachsen.

Hier waren wir das einzige Schiff und auch wahrscheinlich das letzte für diese Saison. Ab jetzt soll

es ja kalt werden in Alaska und der erste Schnee ist auch nicht mehr fern.

Das war die 3. Station und wir hatten noch das größte vor uns, es ging zu den größten Gletschern in Alaska,

besonders der Pazific Glacier.

 

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